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Polnische Pflege- und Betreuungskräfte

Lesedauer ca. 18 Minuten

Wenn unsere Eltern oder andere Verwandte altersbedingt oder durch schwere Krankheit nicht mehr allein zurechtkommen, dann wünschen wir uns dennoch eine gute Versorgung und Betreuung für unsere Angehörigen. Doch was tun, wenn die eigenen Lebensumstände es nicht zulassen, eine Betreuung der Familienangehörigen selbst zu übernehmen? Dann stellt sich oft die Frage, wie Unterstützung und Hilfe organisiert werden kann. Ein Großteil der Pflegebedürftigen wünscht sich, den Lebensabend in gewohnter Umgebung und im eigenen Zuhause verbringen zu können. Die Unterbringung in einem Pflegeheim wird daher oft als letzte Option gesehen.


Die Situation
In mehr als 300.000 deutschen Haushalten werden mittlerweile hilfebedürftige Menschen und Senioren von osteuropäischen Betreuungspersonen und Haushaltshilfen versorgt. Diese heutzutage unverzichtbare Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (BihG) schließt damit eine große Versorgungslücke im deutschen Gesundheits- und Sozialwesen.
 

 

 

In Deutschland entscheiden sich immer mehr Familien und pflegende Angehörige für das Modell der häuslichen Betreuung in Gemeinschaft durch Pflege- und Betreuungskräfte aus Zentral- und Osteuropa – die sogenannten Polnischen Pflegekräfte.

Polnische Pflege- und Betreuungskräfte: Definition und Profil

Die „polnische Pflegekraft“ steht mittlerweile stellvertretend für eine immer stärker werdende Säule in der Altenpflege und Seniorenbetreuung. Der Begriff „Pflegekraft“ wird im Bereich der häuslichen Betreuung allerdings oftmals missverständlich eingesetzt. Die Bezeichnung „Polnische Pflegekraft“ ist mittlerweile ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für Arbeitskräfte aus Zentral- und Osteuropa, die in Deutschland für eine bestimmte Zeit einer Dienstleistung in der Seniorenbetreuung nachgehen.

Gern erklären wir an dieser Stelle, warum dieser Wortlaut nicht immer korrekt ist: Der überwiegende Anteil an Betreuungspersonen die nach Deutschland kommen sind keine ausgebildeten Pflegekräfte im medizinischen Sinne und auch nicht alle von ihnen kommen aus Polen. Weil sich die Bezeichnung in unserem Sprachgebrauch aber für diese Form der Betreuung in den letzten Jahren durchgesetzt hat, wird dieser Begriff in der Branche häufig synonym verwendet.
 

Wann und wo kommen Betreuungspersonen zum Einsatz?

Wenn ältere Menschen beispielsweise die tägliche Körperhygiene, den Gang zur Toilette oder das Anziehen nicht mehr ohne Hilfe bewältigen können und die eigene Versorgung ebenfalls nicht mehr gewährleistet ist, dann sprechen wir von einem tatsächlichen Pflegebedarf. Für diese hilfebedürftigen Menschen leisten Pflegepersonen die sogenannte Grundpflege. Im Allgemeinen können die grundpflegerischen Leistungen in Deutschland grundsätzlich von den Ehepartnern, Familienmitgliedern, Bekannten, Nachbarn, Pflegehilfskräften, Haushaltshilfen und auch von ausländischen Betreuungskräften ausgeführt werden.


Das typische Profil einer polnischen Pflegekraft

Die durchschnittliche polnische Pflege- und Betreuungskraft ist zumeist weiblich, um die 50 Jahre alt, spricht auf mittlerem Niveau die deutsche Sprache und kann bereits viele Jahre Berufserfahrung vorweisen. Der überwiegende Teil der polnischen Betreuungskräfte hat eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur), aber meist keine fachliche Ausbildung im Gesundheitswesen, wie z.B. examinierte Altenpflegerinnen und -pfleger. Für die Tätigkeit als Betreuungsperson in der Seniorenpflege genießen allerdings viele Betreuerinnen eine Weiterbildung in grundpflegerischen Tätigkeiten durch ihren Arbeitgeber und Entsender. Im Schnitt nimmt sie drei bis vier Aufträge pro Jahr an, die im Mittel jeweils acht Wochen andauern. Dabei wohnt die polnische Pflege- und Betreuungskraft gemeinschaftlich im Haushalt der Senioren und Pflegebedürftigen, um sie grundpflegerisch zu versorgen, zu betreuen und gegebenenfalls zu mobilisieren. Hingegen aller Vorurteile der Ausbedeutung und einer „Rund-um-die-Uhr-Tätigkeit“ in der sogenannten „24 Stunden Pflege“, arbeiten die Pflege- und Betreuungskräfte durchschnittlich ca. sieben bis acht Stunden am Tag bei ungefähr 200 Arbeitstagen im Jahr.


Pflege- und Betreuungskräfte aus Polen bilden den größten Anteil in der sogenannten „24-Stunden-Pflege“ und häuslichen Betreuung. Aber auch aus Ländern, wie Lettland, Litauen, Ungarn, Tschechien, Rumänien oder anderen zentral- und osteuropäischen Ländern werden bereits viele Betreuungskräfte nach dem Entsendemodell vermittelt.

Dabei steht die Bezeichnung „Polnische Pflegekraft“ als ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für Betreuungskräfte aus zentral- und osteuropäischen Ländern. Gern erklären wir an dieser Stelle, warum dieser Wortlaut nicht immer korrekt ist: Der überwiegende Anteil an Betreuungspersonen sind keine ausgebildeten Pflegekräfte im medizinischen Sinne und auch nicht alle kommen aus Polen. Weil sich die Bezeichnung in unserem Sprachgebrauch aber für diese Form der Betreuung durchgesetzt hat, wird dieser Begriff in der Branche häufig synonym verwendet.


 

Das Tätigkeitsfeld einer polnischen Pflege- und Betreuungskraft

Grundsätzlich gilt für polnische Haushaltshilfen sowie Pflege- und Betreuungskräfte folgendes: Leistungen in der Grundpflege dürfen erbracht werden aber keine Behandlungspflege!

Wie bereits beschrieben kann die Grundpflege theoretisch von jedem erbracht werden, dazu braucht es keine examinierten Pflegekräfte, sprich keine ausgebildeten Altenpflegerinnen und Altenpfleger. Aus diesem Grund sind die Betreuungspersonen und Haushaltshilfen aus Osteuropa, die üblicherweise über eine Vermittlungsagentur nach Deutschland entsendet werden, befähigt die Grundpflege zu übernehmen, obwohl sie keine ausgebildeten Pflegekräfte sind.


Abgrenzung zum Pflegedienst

Wenn ein Pflegebedürftiger allerdings medizinische Behandlungspflege in Anspruch nehmen muss, dann darf diese auch nur von examinierten Pflegekräften ausgeführt werden. In der Regel werden diese Leistungen von ambulanten und häuslichen Pflegediensten übernommen, die dann zusätzlich zur polnischen Betreuungskraft eingesetzt werden und den medizinischen Pflegeanteil übernehmen. Zu den häufigsten Tätigkeiten in der Behandlungspflege zählen unter anderem:

  • tägliches Blutdruckmessen
  • Wundversorgung
  • Zusammenstellen und Verabreichen von Medikamenten
  • Spritzen geben, z.B. bei Diabetespatienten
  • An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen

 

Vorteile einer Betreuung durch polnische Pflegekräfte in häuslicher Gemeinschaft

Mit zunehmendem Alter verbringen Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Das gewohnte Umfeld verleiht ein Gefühl von Sicherheit und trägt entscheidend zu Lebensqualität, Wohlergehen und Zufriedenheit bei – im Alter noch mehr als in jüngeren Jahren. Die meisten älteren Menschen wünschen sich, dass sie so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben können, auch dann, wenn Krankheit, Hilfe- und Pflegebedürftigkeit eintreten. Ihre Angehörigen und Familien können in den meisten Fällen jedoch eine angemessene Betreuung im Domizil der Pflegebedürftigen nicht gewährleisten. Eine Ganztagsversorgung durch einen Pflegedienst oder deutsche Haushaltshilfen und Betreuungskräfte ist aus finanziellen Gründen für viele Familien nicht abbildbar. Bei alleinlebenden pflegebedürftigen Senioren wünschen sich die Angehörigen neben der Grundpflege und Haushaltsführung vor allem eine nächtliche Anwesenheit durch eine Betreuungsperson. Tagsüber soll zusätzlich für eine aktivierende Mobilisierung und Unterhaltung gesorgt werden, um somit eine Entlastung zu erfahren. Aus diesem Grund engagieren Familien für ihre pflegebedürftigen Angehörigen immer häufiger Betreuungskräfte und Haushaltshilfen aus Polen oder anderen zentral- und osteuropäischen Ländern. Den Haushalt zu übernehmen und zusätzlich die Pflege und Betreuung zu leisten, dazu sind polnische Pflegekräfte und Haushaltshilfen erfahrungsgemäß gerne bereit. Sie begegnen Senioren mit großer Empathie und übernehmen gern die Verantwortung für das Wohlergehen der Bedürftigen.

 

Wer sich für eine polnische Pflege- und Betreuungskraft entscheidet, lebt mit dieser gemeinsam unter einem Dach und teilt mit ihr seine Privatsphäre. Darüber sollte man sich im Vorfeld bereits im Klaren sein, wenn man sich für das Modell der sogenannten „24-Stunden-Betreuung“ in häuslicher Gemeinschaft entscheidet. Zudem ist es sehr wichtig, dass sich der Pflegebedürftige und die Betreuungskraft verstehen – sowohl sprachlich als auch menschlich. Die Brinkmann Pflegevermittlung achtet im Vorfeld sehr genau darauf, ob eine Betreuungskraft zur bedürftigen Person passt. Natürlich fördert es das Zusammenleben ungemein, je besser die Deutschkenntnisse der Betreuerinnen sind. Umso einfacher ist es, eine vertrauensvolle und wertschätzende Beziehung aufzubauen. Auch das Alter der Betreuungskraft spielt eine entscheidende Rolle: Mit einem Betreuer oder einer Betreuerin zwischen 50 und 60 Jahren teilt man als älterer Mensch möglicherweise mehr Interessen und Erfahrungen als mit einer jüngeren Person. Ob eine Betreuungskraft geeignet ist, entscheidet sich meist anhand der Pflegesituation und den persönlichen Bedürfnissen. Einfacher wird es, wenn Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen vor der Vermittlung einer polnischen Pflegekraft besprechen, worauf es Ihnen besonders ankommt.
 

Vorteile einer polnischen Pflege- und Betreuungskraft im Überblick:
 

  1. Alternative zum Pflegeheim:
    Ihr Angehöriger muss nicht zwangsläufig in ein Pflegeheim und kann somit weiterhin in seiner gewohnten Umgebung leben.
     
  2. Sicherheit auch im Notfall:
    Permanente Anwesenheit einer Person im Haushalt, besonders in der Nacht.
     
  3. Preis-Leistung:
    günstiger als deutsche Betreuungskräfte
     
  4. Haushaltshilfe:
    Entlastung im Haushalt, durch Übernahme der täglichen Arbeiten.
     
  5. Steigerung der Lebensqualität:
    Aktivierung und Motivierung der Angehörigen durch die Gesellschaft einer Person.
     
  6. Förderung des Familienglücks:
    Entlastung für die pflegenden Angehörigen und Familien.

 

Modelle der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft durch eine polnische Hilfskraft

Die Rechtsgrundlage für die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft bildet dabei das geltende EU-Recht mit der entsprechenden Entsenderichtlinie. In der Regel kommt die Entsendung von Betreuungspersonen durch einen ausländischen Dienstleister zum Tragen oder die Tätigkeit wirs als selbstständige Betreuungsperson mit Gewerbe in Deutschland ausgeführt. Bei entsandten Betreuungspersonen kann es sich um Arbeitnehmer, Mitarbeiter im Auftragsverhältnis oder Subunternehmer handeln.

Die rechtlichen Modelle im Überblick:

  • Entsendung von Arbeitnehmern ausländischer Betreuungsdienstleister
  • Entsendung von Mitarbeitern im Auftragsverhältnis ausländischer Betreuungsdienstleister
  • Selbstständige Betreuungspersonen mit Gewerbesitz in Deutschland
  • Selbstständige Betreuungspersonen mit Gewerbesitz im EU-Ausland
  • Anstellung der Betreuungsperson durch den Kunden

 

Was kostet eine polnische Pflege- und Betreuungskraft?

Die Kosten für eine polnische Haushaltshilfe, Pflege- und Betreuungskraft sind stark vom rechtlichen Modell abhängig und richten sich im Wesentlichen nach der Art der Beschäftigung, wie die Betreuung nach dem Entsendemodell, Arbeitgebermodell oder die Beschäftigung einer selbstständigen Betreuungsperson. Zusätzlich sind die Kosten auch abhängig vom Pflege- und Betreuungsbedarf, den Sprachkenntnissen der Betreuungskräfte und deren fachlichen Qualifikation. Die Kosten können somit monatlich zwischen 2.000 Euro und 5.000 Euro liegen. Da es sich bei der Betreuung um eine haushaltsnahe Dienstleistung handelt, kann ein Teil der Kosten einschließlich der Pflegeleistungen durch den Pflegebedürftigen bis zu 4.000 Euro im Jahr steuerlich geltend gemacht werden. Bitte beachten Sie, dass wir keine steuerliche Beratung durchführen dürfen und wenden Sie sich daher bei Fragen an Ihren Steuerberater.

 

Kostenvergleich Arbeitgebermodell vs. Entsendemodell

Beim Arbeitgebermodell beschäftigen Sie eine polnische Pflege- und Betreuungskraft selbst und melden diese entsprechend an. Zu den allgemeinen Lohnkosten kommen zusätzlich noch die Sozialversicherungsbeiträge und Steuern hinzu. In der Regel kann man dabei monatlich mit ca. 2.500 Euro bis 2.800 Euro rechnen. Da dem Arbeitnehmer natürlich auch Urlaub und Erholungszeiten zustehen, müssten Sie vermutlich noch eine weitere Betreuungsperson einstellen, um die so entstehende Versorgungslücke zu schließen. Somit steigen die Kosten insgesamt auf das Doppelte an.
Für Kost und Logis sollten Sie zusätzlich mit etwa 450 Euro im Monat rechnen. Als Arbeitgeber müssen Sie zudem noch eine betriebliche Unfallversicherung für die angestellte Betreuungskraft abschließen, die gesetzlich vorgeschrieben ist.


Kosten des Entsendemodells

Die Kosten für eine polnische Haushaltshilfe nach dem Modell der Entsendung setzen sich aus den Lohnkosten, den Aufwendungen für Kost und Logis, An- und Abreisekosten sowie eventuell anfallende Vermittlungsgebühren der Vermittlungsagentur und des Entsendeunternehmens zusammen. Nach EU-Recht gilt auch für polnische Pflege- und Betreuungskräfte der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro brutto je Stunde.


Liegt das Angebot einer Vermittlungsagentur oder des ausländischen Arbeitgebers für eine ausländische Pflege- und Betreuungskraft deutlich unter 2.000 Euro, dann können Sie davon ausgehen, dass der Mindestlohn in diesem Fall nicht eingehalten und demnach widerrechtlich gehandelt wird.

 

Für die Arbeit einer polnischen oder osteuropäischen Betreuungskraft können Sie Leistungen der Pflegeversicherung, z.B. Pflegegeld oder Verhinderungspflege erhalten. Wie hoch die Unterstützung ausfällt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt im Wesentlichen von bestimmten Voraussetzungen ab, wie z.B. das Vorliegen eines Pflegegrades (ehemals Pflegestufen) für den Pflegebedürftigen.
 

 

Service & Angebot: 3 Schritte zu Ihrer exklusiven Pflege- und Betreuungskraft

1
Bedarfsfragebogen ausfüllen
Bedarfsfragebogen ausfüllen
2
Personalvorschläge & Preise erhalten
Personalvorschläge & Preise erhalten
3
Betreuungskraft reist an und unterstützt Sie
Betreuungskraft reist an und unterstützt Sie

 

Qualitätssicherung durch den VHBP - Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V.

Der Vermittlungsmarkt von polnischen bzw. osteuropäischen Pflege- und Betreuungskräften erscheint für viele pflegende Angehörige oft undurchsichtig und nicht immer ist zu erkennen, ob sich eine Vermittlungsagentur im legalen Raum bewegt. Damit gewährleistet ist, dass bei der Brinkmann Pflegevermittlung alles mit rechten Dingen zugeht, stehen wir für mehr Transparenz, Rechtskonformität und Legalität. Die Brinkmann Pflegevermittlung GmbH ist Mitglied und seit 2017 auch im Vorstand des VHBP – Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V., der das Ziel verfolgt, mehr Transparenz in den Markt zu bringen, eine qualitativ hochwertige und zugleich legale Betreuung und Pflege in der häuslichen Umgebung zu sichern. Dazu hat der VHBP Qualitätsstandards für die sogenannte häusliche 24-Stunden-Pflege und Betreuung entwickelt, zu denen sich alle Mitglieder verpflichten.https://www.pflege.de/et-engagement.php?field=sharing&engagement=readout


 

FAQ: Häufige Fragen & Antworten zu polnischen Pflege- und Betreuungskräften

 

Grundsätzlich sind alle Betreuungskräfte über ihren Dienstleister krankenversichert - dies erfolgt auf zweierlei unterschiedlichen Wegen, die zu beachten sind.

Die häufigste Versicherung ist die Absicherung mit der sogenannten EKUZ-Karte. Bei der EKUZ-Karte handelt es sich um eine Auslandskrankenversicherung, bei der die Betreuungskräfte direkt über die zuständige Krankenversicherung im europäischen Ausland abgesichert sind. Über die EKUZ-Karte kann jede Person bei einem deutschen Arzt oder Krankenhaus vorstellig werden und die Leistungen werden dann direkt mit der Krankenversicherung im Ausland abgerechnet. Wichtig zu beachten ist hierbei, dass die Beantragung der Versicherungskarte ab dem Zeitpunkt erfolgt, ab dem die Betreuungskraft gebucht wurde. Da der Beantragungsprozess für die Ausstellung der Versicherungskarte ein paar Wochen dauern kann, wird die Betreuungskraft die Karte häufig nicht direkt mitnehmen können, sondern diese wird ihr dann per Post zugestellt. Wenn nun ein Krankheitsfall in den ersten zwei Wochen auftritt, muss die Betreuungskraft sich bei ihrer Versicherung oder ihrem Arbeitgeber melden, so dass dann die Verbindung zwischen Arzt und Versicherung hergestellt werden kann und die Formalitäten direkt untereinander erledigt werden.

Anders verhält es sich bei wenigen, anderen Dienstleistern, die eine gemeinschaftliche Krankenversicherung zentral abgeschlossen haben. In diesem Fall muss die Rechnung vom Arzt bei dem Dienstleister eingereicht werden und um Rückerstattung der Aufwendungen gebeten werden. Hierbei kann es sein, dass die Betreuungskraft nicht die Mittel hat, um diese Aufwendungen vorauszuzahlen, so dass die Familien dies für einen kurzen Zeitraum übernehmen müssen. Die Rückerstattung erfolgt in der Regel sofort innerhalb von einer Woche.

Die Betreuungskräfte haben in beiden Fällen eine Notrufnummer ihrer Krankenversicherung und können ihre Medikation und Maßnahmen, die sie unternehmen müssen, direkt erfragen. Die Krankenkasse verweist dann zu einem Arzt und regelt die Formalitäten.

Wenn Sie hierzu Fragen an uns haben, beantworten wir diese gerne.

Die Pflegekräfte sind in der Regel zwei bis drei Monaten vor Ort im Einsatz. Im Austausch kommt danach eine zweite Betreuerin, welche die Aufgaben nahtlos übernimmt. Normalerweise wechseln sich immer zwei Pflegekräfte ab - in Fachkreisen auch "Tandem" genannt, höchstens aber drei. Das feste Team  hat den Vorteil, dass sich alle kennen, die Arbeitsabläufe eingespielt sind und somit auch ein reibungsloser Wechsel stattfinden kann.

Der Wechsel des Personals ist aus verschiedenen Gründen wichtig:

  • die Motivation der Pflegekräfte ist höher
  • eine Erholung von den oft anstrengenden Einsätzen ist nötig
  • die Pflegekräfte haben teilweise Familie in ihrem Heimatland

Jede Betreuungskraft ist individuell zu betrachten

Die Sprachkenntnisse der 24-Stunden-Betreuungskräfte unterscheiden sich sehr stark, genauso wie berufliche, fachliche und persönliche Erfahrungen. Jede Betreuungskraft durchläuft im Zuge ihrer Bewerbung bei einem Arbeitgeber ein Auswahlverfahren, in dem auch die Sprachkenntnisse verifiziert werden. Da jedes Unternehmen seine eigenen Maßstäbe für die Beurteilung ansetzt, haben wir ein System entwickelt, dass es uns ermöglicht, den Sprachstand unserer Betreuungskräfte einheitlich darzustellen. Dabei legen wir den europäischen Sprachreferenzrahmen zugrunde.

Die 24-Stunden-Betreuung besteht aber primär aus den hauswirtschaftlichen, grundpflegerischen und fürsorglichen Aufgaben einer polnischen 24-Stunden-Pflegekraft. Daher ist immer von Fall zu Fall zu bemessen, welche Sprachkenntnisse für die individuelle Situation angemessen sind. Die Sprachkenntnisse sind nicht immer Voraussetzung für eine Einstellung. In manchen Fällen ist die fachliche Qualifikation von größerer Relevanz. Dies ist von der konkreten Situation abhängig, je nachdem, ob eine Betreuungskraft auf sich alleine gestellt ist oder eine weitere Person im Haushalt lebt.

Hinzu kommt, dass das Empfinden des Kenntnisstandes, auch bei gleichem Sprachvermögen, individuell unterschiedlich ausfallen kann. Die sprachlichen Fähigkeiten zweier gleich gut sprechenden Betreuungskräfte können in der Wahrnehmung der Sprachkenntnis stark differieren, je nachdem wie intro- oder extrovertiert die Person ist. Auch die Dauer des Aufenthalts der Betreuungskraft in Deutschland und die Zeitspanne zwischen ihrem letzten und dem aktuellen Einsatz spielen eine Rolle. Unter allen Umständen muss der Betreuungskraft die Möglichkeit gegeben werden, sich wieder an die deutsche Sprache und die regionalen Eigenarten zu gewöhnen. Diese Eingewöhnung braucht in der Regel mindestens 14 Tage Zeit.

Wir beraten Sie diesbezüglich genau, denn uns ist wichtig, dass die Auswahl der Pflegekraft entsprechend Ihren Vorstellungen geschieht.

Unser Anspruch bei der Auswahl Ihrer Pflegekraft ist sehr hoch und daher achten wir penibel darauf, ob der/die avisierte Betreuer/-in Ihren Anforderungen gerecht wird.

Sollte sich dennoch während der Vertragslaufzeit herausstellen, dass die vermittelte Pflegekraft nicht zu der zu betreuenden oder zu pflegenden Person bzw. Patienten passt, werden wir selbstverständlich umgehend einen Austausch des Personals vornehmen und Ihnen wiederum neue Vorschläge unterbreiten. Es kann schließlich immer einmal vorkommen, dass die Chemie nicht stimmt, aber dies kommt in sehr wenigen Fällen vor.

Uns wird immer wieder seitens unserer Kooperationspartner bestätigt, dass wir eine der Agenturen sind, die die wenigsten Reklamationen zu verzeichnen hat. Darauf sind wir besonders stolz und dies rechtfertigt auch die Mühe, die wir uns bei der Suche nach adäquatem Personal machen.

Im Vorfeld der Arbeitsaufnahme der Betreuungskraft wird gemeinsam mit unserem osteuropäischen Partnerunternehmen ein genauer und detaillierter Plan erarbeitet, in dem die Tätigkeiten festgelegt und beschrieben werden. Im Einzelnen können die Betreuer/-innen folgende Aufgaben im Rahmen der 24-Stunden-Pflege übernehmen.


Grundpflegerische Tätigkeiten der Betreuungskraft:

  • Unterstützung beim Waschen, Duschen, Baden, Eincremen, Mundpflege, Kämmen, Rasieren
  • Blasen- und Darmentleerung
  • Inkontinenzversorgung
  • Nahrungszubereitung, Hilfe bei Nahrungs- und Getränkeaufnahme
  • Medikamentengabe nach ärztlicher Anordnung
  • Prophylaxen

 

Aktivierende Tätigkeiten der Betreuungskraft:

  • An- und Auskleiden
  • Hilfestellung beim Gehen
  • Hilfestellung beim Stehen
  • Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung
  • Mobilisierung nach Anleitung durch den Therapeuten
  • Lagern nach Plan

 

Hauswirtschaftliche Tätigkeiten der Betreuungskraft:

  • Einkaufen
  • Kochen
  • Waschen und Bügeln
  • ggf. Haustierversorgung
  • Zimmerpflanzenpflege
  • Reinigung des Arbeitsplatzes

 

Individuelle Fürsorge und Betreuung nach dem Wunsch des Pflegebedürftigen:

  • Rufbereitschaft während der Nacht
  • Dokumentation der betreuerischen Tätigkeiten (nach Wunsch)
  • Ausflüge
  • Begleitung zu Ärzten, zum Friseur oder Begleitung bei Behördengängen
  • Spaziergänge
  • Sterbebegleitung
  • Ständiger Ansprechpartner

 

Grundsätzlich werden bei der Entsendung die Rechnungen für die polnische Pflegekraft und deren häuslichen Altenpflege-Leistung direkt von unserem polnischen Partnerunternehmen an Sie gestellt, da das Unternehmen Sie auch direkt unterstützt und seine Betreuungskräfte für die Leistung der häuslichen Altenpflege zur Verfügung stellt. Wir unterstützen dabei, indem wir die Abrechnungen an unsere Kunden monatlich inhaltlich kontrollieren und Ihnen ggf. für Fragen zur Verfügung stehen.

In den meisten Fällen erhalten Sie die Rechnung bis zum 10. eines Monats, bei manchen Anbietern auch zum Ende des Monats. Sollten unvorhersehbare Änderungen der Leistungen im laufenden Monat eintreten, werden Ihnen die gezahlten Beträge selbstverständlich zurückerstattet. 

Die monatlichen Kosten für die Entsendung einer Pflegekraft variieren und sind abhängig von den Deutschkenntnissen sowie der persönlichen, beruflichen und fachlichen Qualifikation der Pflegekraft.

Das Honorar richtet sich zudem nach den von Ihnen gewünschten Anforderungen an das Personal und / oder nach dem Pflegegrad des Patienten. Nicht immer müssen die Sprachkenntnisse sehr gut sein, um eine fürsorgliche Betreuung zu gewährleisten. In anderen Fällen wiederum sind die kommunikativen Sprachkenntnisse von Nöten, um die Unterhaltung mit den Patienten zu ermöglichen.

 

Sechs unterschiedliche Leistungsstufen der Pflegkraft

Wir unterscheiden in unseren Angeboten 6 unterschiedliche Leistungsstufen, die je nach Fall entsprechend individuell angeboten werden und starten mit einem Einstiegspreis ab ca. € 1.900,- pro Monat.

In unseren Angeboten für die individuelle Pflegekraft sind alle Leistungen bereits inklusive. 

Gerne können wir Ihnen auf Grundlage unseres Bedarfsanalyse ein individuelles Angebot unterbreiten. Sie können die Bedarfsanalyse online ausfüllen oder als PDF herunterladen und uns per Fax, E-Mail oder Post zusenden.

Kost und Logis sind für die entsendete Betreuungskraft frei.

 

Gesetzliche Zuwendungen für die Inanspruchnahme der Pflegekraft

Für die Inanspruchnahme einer 24-Stunden-Pflegekraft können viele gesetzliche, finanzielle Zuwendungen beantragt werden. Gerne beraten wir Sie zu diesem Thema. Die wichtigsten Zuwendungen finden Sie hier:

  • Informationen zum Pflegegeld Anspruch
  • Steuerliche Absetzbarkeit der Pflegekraft: Bitte beachten Sie, dass wir als Vermittlungsagentur keine steuerliche Beratung durchführen dürfen. Wenden Sie sich hierzu bitte an einen sachkundigen Steuerberater

Die sog. 24-Stunden-Pflege hat den Vorteil, dass eine fürsorgliche Betreuung in der gewohnten Umgebung stattfindet und die zu betreuende Person nicht alleine gelassen wird. Daher ist die Betreuungskraft durch die räumliche Nähe unmittelbar erreichbar und kann im Notfall und bei Bedarf für verschiedenste Aufgaben zur Seite stehen.

Die Arbeitszeiten sind per Dienstleistungsvertrag auf durchschnittlich 40 Stunden pro Woche und i.d.R. auf max. 160 Stunden im Monat festgeschrieben. Durch die individuelle Arbeitseinteilung werden Zeiten festgelegt, in denen die Betreuungskraft arbeitet und in denen sie Pause hat. Selbstverständlich sollen sich die Arbeitszeiten nach dem individuellen Bedarf der Pflegebedürftigen richten, so dass eine kundenorientierte Betreuung gewährleistet werden kann.

Ihnen ist sicherlich bewusst, dass die Erbringung von Pflege- und Betreuungsarbeit im Wohnumfeld des Patienten eine enorme Belastung darstellen kann, allein bedingt durch die ständige Nähe und die individuellen Umstände des Patienten, die mal mehr, mal weniger viel Aufmerksamkeit verlangen oder äußerst belastend für den Organismus als auch die Psyche sein können. Daher ist Freizeitausgleich sehr wichtig, um kontinuierlich eine qualitativ hochwertige Betreuung erbringen zu können. Es ist in keinerlei Interesse, die Betreuungskraft an den Rand ihrer Belastungsgrenze zu bringen. Daher wird auch ein freier Tag pro Woche mit Ihnen vereinbart. Dieser freie Tag kann durch ergänzende Dienstleistungen kompensiert werden, die wir Ihnen gerne in einem Beratungsgespräch näher darlegen.

Sicherlich gibt es auch Umstände, die bedingen, dass die Arbeitszeiten flexibel gehandhabt werden und nicht strikt nach Vorgabe oder an jedem Tag umgesetzt werden können. Hierbei ist uns wichtig, dass das Verständnis für die Notwendigkeit geweckt wird und dass ausreichend Kompensation geschaffen wird, so dass die Betreuung gewährleistet werden kann.

Bitte beachten Sie, dass wir keine rechtliche Beratung durchführen dürfen und wenden Sie sich im Zweifel in allen Fragen hierzu an einen sachkundigen Rechtsanwalt.