Stundenweise Seniorenbetreuung: Unterstützung bei der Alltagsbewältigung

Autor der Seite: Susanna Witte · aktualisiert am 27.08.2026
Im Alter sind alltägliche Dinge, wie Einkaufen gehen, Arztbesuche oder sonstige Haushaltstätigkeiten schwerer zu bewerkstelligen. Besonders nach dem Verlust des Partners oder engen Freundeskreis ist auch Einsamkeit ein bedeutender Faktor, mit dem Senioren zu kämpfen haben.

Die Stundenweise Seniorenbetreuung bietet die Möglichkeit im Alltag Unterstützung zu erhalten und die Gesellschaft eines Menschen genießen zu können. Für pflegende Angehörige bietet diese Art der Betreuung ebenfalls die Option einer kleinen Auszeit.

Definition

Senioren erhalten für einige Stunden am Tag Unterstützung in der Bewältigung ihres Alltages, sowie Gesellschaft, um das Gefühl der Einsamkeit zu durchdringen. Wenn Familienangehörige oder Freunde und Nachbarn keine Zeit finden zu unterstützen, können auch sogenannte Alltagsbegleiter diese Aufgabe übernehmen. Die Senioren sollen am sozialen Leben teilhaben und ihren Möglichkeiten entsprechend in Tätigkeiten einbezogen werden.

Leistungen

Die Leistungen der stundenweise Seniorenbetreuung sind individuell auf die Bedürfnisse der zu betreuenden Person anpassbar, dazu gehören:
 

  • Unterstützung bei der Bewältigung der Haushaltstätigkeiten

  • Begleitung zu Ärzten, Behörden, Gottesdiensten oder anderen Terminen

  • Gesellschaft leisten (auf die zu betreuende Person abgestimmte Tätigkeiten, die Freude bereiten: teilnahmsvolle Gespräche, gemeinsames Lesen oder Vorlesen, Kochen oder Backen, Bastelarbeiten, Fotoalben ansehen usw.)

  • Begleitung bei Freizeitaktivitäten

  • Spaziergänge und Mobilisierung

  • Unterstützung bei der Grundpflege

  • Nachtbereitschaft / Nachtwache

  • Betreuung bei Demenz
     

Wichtig ist, darauf zu achten was für die zu betreuende Person förderlich ist und das Wohlbefinden steigert. Zudem muss die Chemie zwischen den Parteien stimmen, um Vertrauen aufbauen zu können.

Wie finde ich eine (stundenweise) Seniorenbetreuung?

Sowohl Ambulante Pflege- als auch Betreuungsdienste vermitteln Kräfte, die für eine stundenweise Betreuung eingesetzt werden können. Darüber hinaus gibt es auch selbständige Seniorenbetreuer, auch unter den Namen Alltagsbegleiter oder -helfer bekannt, die stundenweise zur Unterstützung engagiert werden können. Im besten Fall verfügen die Betreuungskräfte über Zusatzqualifikationen nach §43b (früher: §87b / SGB XI).

Info

Betreuungskraft nach §43b (früher: §87b / SGB XI)

Betreuungskräfte nach §43b SGB XI werden zumeist in Pflegeeinrichtungen eingesetzt und ermöglichen eine zusätzliche individuelle Betreuung und Aktivierung der Bewohner. Darüber hinaus stehen sie als Gesprächspartner für alltägliche Sorgen oder interessante Themen zur Verfügung. Die zu betreuenden Personen sollen durch diese zusätzliche Art der Betreuung Vertrauen, Sicherheit und Orientierung erlangen.

Der Beruf des Alltagsbegleiters oder auch Seniorenbetreuers ist seit dem Jahre 2008 eine feste Größe im Bereich der Pflege. Die Qualifizierungsmaßnahme wird sowohl für Pflegekräfte als auch Quereinsteiger, wie zum Beispiel pflegende Angehörige, angeboten. In einem 160-Stunden umfassenden theoretischen Teil wird das Grundlagenwissen vermittelt:
 

  • Grundkenntnisse der Kommunikation und Interaktion unter Berücksichtigung der jeweiligen körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen der zu betreuenden Personen

  • Grundkenntnisse über diverse im Alter typische somatische und psychische Erkrankungen, wie Demenz und Diabetes oder degenerative Erkrankungen und deren Behandlungsmethoden

  • Grundkenntnisse der Pflege, Pflegedokumentation und Hygieneanforderungen

  • Einblicke in Ernährung und Hauswirtschaft

  • Das notwendige Verhalten bei einem Notfall

  • Erste Hilfe Kurs
     

Darüber hinaus muss ein zweiwöchiges Praktikum in einer Senioreneinrichtung absolviert werden, um das Gelernte praktisch anzuwenden und vertiefen zu können. Die Kernaufgabe dieser Zusatzqualifikation liegt in der Kommunikation und Beschäftigung mit den Senioren und nicht in pflegerischen Tätigkeiten.

Zudem entstehen immer mehr private oder kommunal geförderte Projekte – sogenannte niederschwellige Betreuungsgruppen. Unter Anleitung einer Fachkraft kümmern sich ehrenamtlich arbeitende Helfer in wöchentlich stattfindenden Gruppensitzungen um Demenzkranke.

Besonders Senioren, die unter Demenz leiden brauchen Unterstützung und Anleitung im Alltag. Wenn die zeitliche und räumliche Orientierung nachlässt, kann eine stundenweise Betreuung den Betroffenen wieder Sicherheit im Alltag geben.
 

Kosten

Die Kosten für diese Art der Betreuung variieren stark. Ambulante Pflege- oder Betreuungsdienste, sowie selbständige Betreuer erheben zumeist Pauschalpreise für eine Betreuungsstunde (circa 15 bis 30€). Manche Anbieter berechnen zusätzlich Fahrtkosten oder Zusatzkosten für bestimmte Tätigkeiten.

Die Kosten für diese Leistungen müssen, sofern kein Pflegegrad vorliegt, selbst getragen werden.

Ab Pflegegrad 1 besteht die Möglichkeit niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen zu nutzen (§45b SGB XI). Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 bis 5 erhalten monatlich 131 Euro für besagte Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Dieser Betrag ist zweckgebunden und kann nicht anderweitig eingesetzt werden.

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Fragen und Antworten zur Seniorenbetreuung

Was kostet eine Seniorenbetreuung?

Die Kosten einer Seniorenbetreuung hängen vom individuellen Betreuungsbedarf, den Sprachkenntnissen und der Erfahrung der Betreuungskraft sowie der Anzahl der zu betreuenden Personen ab. Für eine Betreuung in häuslicher Gemeinschaft sollten Familien derzeit mit monatlichen Kosten von etwa 2.700 bis 3.200 Euro für eine betreute Person rechnen.

Je nach Pflegegrad können verschiedene Leistungen zur Finanzierung genutzt werden. Dazu zählen unter anderem das Pflegegeld (ab Pflegegrad 2), das Entlastungsbudget sowie steuerliche Vorteile. Dadurch reduziert sich der monatliche Eigenanteil häufig auf etwa 1.550 bis 2.200 Euro. Gerne erstellen wir Ihnen eine individuelle Kostenübersicht und beraten Sie zu den Finanzierungsmöglichkeiten.

Wie schnell kann eine Seniorenbetreuung beginnen?

In vielen Fällen kann eine Seniorenbetreuung bereits innerhalb weniger Tage organisiert werden. Wie schnell eine Betreuung beginnt, hängt unter anderem vom individuellen Bedarf und der Verfügbarkeit einer passenden Betreuungskraft ab.

Nach einer persönlichen Beratung kümmern wir uns um die Auswahl einer geeigneten Betreuungskraft und begleiten Sie bis zum Betreuungsbeginn. Unser Ziel ist es, auch kurzfristig eine passende Lösung für Ihre Familie zu finden.

Ist eine Seniorenbetreuung auch bei Demenz möglich?

Ja, eine Seniorenbetreuung kann auch Menschen mit Demenz im Alltag unterstützen. Betreuungskräfte helfen dabei, Tagesstrukturen aufrechtzuerhalten, Orientierung zu geben und den Alltag möglichst ruhig und vertraut zu gestalten.

Da jede Demenzerkrankung unterschiedlich verläuft, stimmen wir die Betreuung individuell auf die persönliche Situation ab. Medizinische oder therapeutische Leistungen werden weiterhin von entsprechenden Fachkräften übernommen.

Welche Aufgaben übernimmt eine Betreuungskraft nicht?

Betreuungskräfte übernehmen keine medizinischen oder behandlungspflegerischen Leistungen. Dazu gehören beispielsweise Injektionen, Wundversorgung oder die Vergabe verschreibungspflichtiger Medikamente.

Ihr Schwerpunkt liegt auf der Betreuung und Unterstützung im Alltag, etwa im Haushalt, bei der Zubereitung von Mahlzeiten, der Begleitung oder der Unterstützung bei der Grundpflege. Medizinische Leistungen werden von ambulanten Pflegediensten oder anderen Fachkräften erbracht.

Kann die Seniorenbetreuung mit einem ambulanten Pflegedienst kombiniert werden?

Ja, die Kombination aus Seniorenbetreuung und einem ambulanten Pflegedienst ist in vielen Fällen sinnvoll und wird häufig genutzt. Während die Betreuungskraft den Alltag unterstützt, übernimmt der ambulante Pflegedienst medizinische und behandlungspflegerische Aufgaben.

So ergänzen sich beide Leistungen und ermöglichen vielen Senioren, weiterhin sicher und gut versorgt im eigenen Zuhause zu leben.

Übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten?

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten einer Seniorenbetreuung nicht vollständig. Je nach Pflegegrad können jedoch Leistungen wie das Pflegegeld oder weitere Pflegekassenleistungen zur Finanzierung beitragen.

Welche Leistungen in Ihrer persönlichen Situation genutzt werden können, erläutern wir Ihnen gerne im Rahmen einer individuellen Beratung.

Muss die Betreuungskraft im Haushalt wohnen?

Bei einer Betreuung in häuslicher Gemeinschaft lebt die Betreuungskraft während des Einsatzes im Haushalt der betreuten Person. Dadurch kann sie den Alltag eng begleiten und flexibel auf individuelle Bedürfnisse eingehen.

Voraussetzung ist ein eigenes Zimmer für die Betreuungskraft. So entstehen sowohl für den Senior als auch für die Betreuungskraft eine angenehme Wohn- und Betreuungssituation.

Wie lange bleibt eine Betreuungskraft?

Die Einsatzdauer richtet sich nach dem individuellen Betreuungsbedarf und wird gemeinsam mit der Familie abgestimmt. Viele Betreuungskräfte bleiben mehrere Wochen oder Monate und wechseln sich anschließend mit einer festen Vertretung ab.

Durch diese Organisation entsteht für Senioren eine möglichst kontinuierliche Betreuung mit vertrauten Bezugspersonen.

Wie läuft die Vermittlung einer Seniorenbetreuung ab?

Die Vermittlung beginnt mit einer persönlichen und unverbindlichen Beratung. Gemeinsam analysieren wir Ihren Betreuungsbedarf und suchen anschließend eine Betreuungskraft, die zu Ihrer individuellen Situation passt.

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Susanna Witte
Geschäftsführerin der Brinkmann Pflegevermittlung

"Meine Expertise liegt in der Pflegeberatung und der Begleitung von Familien in Pflege- und Betreuungssituationen. Als geprüfte Pflegeberaterin, Systemische Familienberaterin und Geschäftsführerin der Brinkmann Pflegevermittlung verbinde ich fachliche Kompetenz mit einem praxisnahen Verständnis für die Herausforderungen von Menschen mit Pflegebedarf und ihrer Angehörigen."

 
 

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