Der Begriff Demenz steht allgemein für eine der häufigsten Erkrankungen im Alter, die mit einem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientierung und Verknüpfen von Denkinhalten einhergehen und die dazu führen, dass alltägliche Aktivitäten nicht mehr eigenständig durchgeführt werden können. Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. (DAlzG) sind derzeit fast 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. Zudem ist von einem fortdauernden Anstieg der Zahlen auszugehen. Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2050 etwa 3 Millionen Menschen an einer Art von Demenz erkrankt sein.
Zunächst muss man sich vergegenwärtigen, dass die Wahrscheinlichkeit wächst, Demenzkrank zu werden, je älter der Mensch wird. Das kann besonders zutreffen, wenn andere Erkrankungen eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit bewirkt haben. (siehe unter anderem Sekundär-Demenz)
Angeraten wird also für jeden älteren Menschen, der Demenz so gut wie möglich entgegen zu wirken, also vorzubeugen. Dazu muss bewusst sein, dass einige Faktoren die Demenz begünstigen. Dazu zählen erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht und zu hoher Blutdruck. Raucher sind mehr gefährdet als andere, da Rauchen die Venen verengt und somit die Durchblutung auch des Gehirns behindert.
Nicht unwesentlich tragen auch falsche Ernährung, mangelnde Bewegung, geistige Trägheit sowie Leben ohne Kontakt zu anderen Menschen ihren Anteil zur Erkrankung bei. Im Folgenden wird deshalb nachstehendes bereits zur Vorbeugung empfohlen. Natürlich gelten diese Empfehlungen auch für den bereits an Demenz Erkrankten, soweit es der Zustand zulässt.
Wie man bei Italienern, Spaniern, Südfranzosen und Griechen erkannt hat, vermindert deren Küche sowohl das Infarktrisiko als auch die sogenannte vaskuläre Demenz, die zweithäufig auftretende Demenzart, welche auf Durchblutungsstörungen des Gehirns zurück zu führen ist. Seit langem ist belegt, dass eine mediterrane Ernährung bevorzugt vorbeugend wie dauerhaft bei Demenz erfolgen sollte, um den Prozess der Krankheit zu verlangsamen. Worin bestehen nun die Besonderheiten dieser Ernährung?
Zunächst geht es um die hinreichende Aufnahme von Vitaminen. Dabei spielen die Vitamine A, C und E eine wichtige Rolle, die einer Zellschädigung entgegen wirken. Vitamin A ist besonders reich in Karotten und Spinat enthalten. In Orangen, Zitronen und Grapefruits ist das wichtige Vitamin C zu finden. Vitamin E wird durch Gemüse, wie Grünkohl und Sellerie geliefert, ebenso durch Nüsse und Vollkorngetreide. Des Weiteren sollen unter anderem Brokkoli, Endiviensalat nicht auf dem Speiseplan fehlen, weil sie einen hohen Gehalt an Folsäure aufweisen, um das “schlechte” Cholesterin (LDL) im Blut zu reduzieren und dadurch das Demenzrisiko zu senken.
Dass es dem Körper und Geist gut tut, sich möglichst viel zu bewegen, ist eine Binsenweisheit. Gerade zur Vorbeugung einer Demenz und besonders zur Verlängerung des Krankheitverlaufs sollte man sich dieses vergegenwärtigen. Jedwede Bewegung führt zur besseren Durchblutung, natürlich auch des Gehirns.
Sofern der Patient bettlägerig und zugleich gehunfähig ist, können nur Massagen oder dem Krankheitszustand angepasste gymnastische Übungen eine bessere Durchblutung bewirken.
Wann immer der Kranke allerdings bewegungsfähig ist, sollte jede nur denkbare Gelegenheit genutzt werden, ihm Bewegung anzuraten.
Zur Vorbeugung oder im Frühstadium einer Demenz bieten Sportvereine oder Seniorengruppen in fast jeder Gemeinde hinreichend Möglichkeiten, den Körper fit zu halten.
Aber allein tägliche Spaziergänge sind anzuraten. Und dann sollte man die vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten des Alltags nicht vergessen, die allzu gern dem Ehepartner, den Kindern, Freunden oder gegebenenfalls der Haushaltshilfe oder Pflegerin überlassen wird. So ist darauf Wert zu legen, die Flasche Wasser selbst aus dem Keller, das vergessene Buch selbst vom Obergeschoss des Hauses zu holen. Der Weg zum Briefkasten, zum Bäcker oder zum Nachbarn muss, wenn immer nur möglich, selbst erledigt werden. So sollte nur dann beim Anziehen oder der bekannt schwierigen Prozedur, Socken und Schuhe anzuziehen, Hilfe in Anspruch genommen werden, wenn es partout nicht allein möglich ist.
Es muss das Bewußtsein wachsen, dass jede nur erdenkliche körperliche Bewegung der besseren Durchblutung auch des Gehirns dient und vorbeugend einer Demenz entgegen wirkt oder in gleich welchem Stadium der Krankheit das Leben verlängern hilft.
Geistige Aktivitäten regen den Stoffwechsel des Gehirns an und schützen vor Demenz- Symptomen zur Vorbeugung der Krankheit. Ebenso kann durch vielfältige geistige Bewegung der Verlauf bei bereits betroffenen Patienten verlängert werden und damit die Lebensfähigkeit länger erhalten bleiben. Dazu sollte jeder selbst sorgen oder den Rat und die Empfehlung anderer annehmen, so lange das Leben wert erscheint. Für Pflegende gilt, Anregungen zu vermitteln, damit die geistige Kondition auf zumindest gleichem Niveau bleibt oder sich verbessert.
Welche der in nachstehender Auflistung stehenden Ratschläge zur Verbesserung der geistigen Fitness annehmbar sind, kann nur der Patient selbst entscheiden:
Egal, ob zur Vorbeugung, bei Pflegebedürftigkeit durch eine andere Krankheit oder bereits bestehender Demenz – das Wichtigste ist, aktiv etwas für sich selbst zu tun. Im Pflegefall auch natürlich mit Hilfe der betreuenden Personen.
Eine Demenzerkrankung lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Alter, genetische Faktoren und bestimmte Erkrankungen können das persönliche Risiko beeinflussen. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch dazu beitragen, beeinflussbare Risikofaktoren zu reduzieren. Dazu gehören insbesondere regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, geistige Aktivität, soziale Kontakte sowie die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck.
Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt die Herz-Kreislauf-Gesundheit und kann damit auch für die Gesundheit des Gehirns von Bedeutung sein. Geeignet sind beispielsweise Spaziergänge, Radfahren, Gymnastik oder andere Aktivitäten, die dem Alter und der körperlichen Verfassung entsprechen. Wichtig ist vor allem, Bewegung regelmäßig in den Alltag zu integrieren.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und pflanzlichen Ölen wird mit einer gesunden Lebensweise in Verbindung gebracht. Häufig wird dabei eine mediterran geprägte Ernährung empfohlen. Einzelne Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel können eine Demenz jedoch nicht zuverlässig verhindern.
Geistige Aktivität ist ein wichtiger Bestandteil eines aktiven Lebens im Alter. Lesen, Rätsel, Musizieren, das Erlernen neuer Fähigkeiten oder einer Sprache können das Gehirn fordern. Besonders sinnvoll ist es, geistige Aktivität mit Bewegung und sozialen Kontakten zu verbinden. Einen garantierten Schutz vor einer Demenzerkrankung bietet Gedächtnistraining allerdings nicht.
Treten wiederholt Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten, Veränderungen der Sprache oder Probleme bei alltäglichen Aufgaben auf, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet automatisch Demenz. Eine frühzeitige Untersuchung kann dabei helfen, mögliche Ursachen zu erkennen und geeignete Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten.
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