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Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: Dieser Zuschuss steht Ihnen bei Pflegebedürftigkeit zu

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Pflegehilfsmittel - Unterstützung bei der Pflege und Betreuung zuhause

Die Pflegekassen unterstützen bei der häuslichen Pflege und Betreuung und anerkanntem Pflegegrad hilfsbedürftige Menschen mit Pflegehilfsmitteln, wenn dadurch die häusliche Pflege erleichtert und allgemeine Beschwerden gelindert werden. Pflegehilfsmittel und technische Hilfen gehören in der häuslichen Pflege zu den eigentlichen Leistungen der Pflegeversicherung und werden bedürftigen Menschen gewährt, bei denen ein Pflegegrad 1 bereits vorliegt - somit ist der Anspruch auf Pflegehilfsmittel unabhängig von dem Pflegegrad.

Voraussetzungen für Pflegehilfsmittel zusammengefasst:

  • Anerkannter Pflegegrad

  • Pflege findet daheim, in einer WG oder in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen statt

  • Pflege (auch) durch Angehörige, Freunde und Bekannte

Die Pflegekassen lehnen häufig die Leistungen für Pflegehilfsmittel ab, in der Annahme, für diese würde im Regelfall bei einem niedrigen Pflegegrad kein Bedarf bestehen. Dies stellt sich aber in der Praxis als falsch dar! Bei einer eventuellen Ablehnung sollten Sie daher unmittelbar Widerspruch einlegen und es sollte der MDK hinzugezogen werden. Denn die Bedürftigkeit kann nur von dem MDK oder dem MEDICPROOF festgestellt werden.

Wie hoch ist der Anspruch auf Pflegehilfsmittel?

Wenn Sie zuhause einen Angehörigen mit einem anerkannten Pflegegrad pflegen und betreuen, dann haben Sie bzw. der Pflegebedürftige einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Der Kauf von Pflegehilfsmitteln wird monatlich in Höhe von 40 EUR bezuschusst. Diese Regelung betrifft alle Antragsteller, bei denen der Bedarf festgestellt wird. Pflegehilfsmittel sind in der Regel Produkte, die für die tägliche Arbeit mit dem Patienten benötigt werden. Sprechen Sie uns gerne darauf an. Wir haben hierfür eine sehr einfache und komfortable Lösung, die Ihnen die Produkte monatlich kostenlos bereitstellt.

Welche Pflegehilfsmittel stehen zur Verfügung?

Im Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbands der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen sind Produkte gelistet, die in die Leistungspflicht der Kassen fallen. Für alle darin gelisteten Produkte übernehmen die Kassen die Kosten bzw. überlassen sie leihweise. Die Geräte und Pflegeprodukte sind nach Produktgruppen (1 bis 99) sortiert und den jeweiligen Anwendungsorten zugeordnet, darunter auch die Pflegehilfsmittel für den häuslichen Bereich. Die speziell zur Pflege bestimmten Hilfsmittel sind in den Produktgruppen 50 bis 54 gelistet und umfassen im Detail:
 

  • PG 50 - Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
  • PG 51 - Pflegehilfsmittel zur Körperpflege/Hygiene
  • PG 52 - Pflegehilfsmittel zur selbstständigeren Lebensführung/Mobilität
  • PG 53 - Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden
  • PG 54 - Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel


Eine Besonderheit gilt für die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel: Für die Kostenerstattung bedarf es keine ärztliche Bescheinigung oder Rezept. Die Kostenübernahme kann direkt bei der Krankenkasse beantragt werden, wobei drei Voraussetzungen erfüllt sein müssen:

  • Der zu Pflegende hat einen anerkannten Pflegegrad
  • Der Pflegebedürftige wird ebenfalls von Angehörigen, Bekannten, Freunden oder Hilfskräften betreut und versorgt
  • Der Pflegebedürftige lebt zuhause, in einer WG oder Betreutes Wohnen
     

Beachten Sie bitte: Nicht zu den Pflegehilfsmitteln gehören Mittel des täglichen Lebensbedarfs, die allgemeine Verwendung finden und üblicherweise von mehreren Personen benutzt werden oder in einem Haushalt vorhanden sind.

Pflegehilfsmittel werden grob in zwei Kategorien eingestuft: Zum einen gibt es Hilfsmittel für den täglichen Bedarf und zum anderen technische Hilfsmittel. Allerdings ist die Beantragung und Bewilligung von technischen Pflegehilfsmitteln durch die Pflegeversicherung davon abhängig, ob diese auch sachgemäß bedient werden können. Vorraussetzung hierfür ist eine separate Schulung in der Handhabung der technischen Hilfsmittel. Im Anschluss werden die technischen Pflegehilfsmittel dann häufig leihweise zur Verfügung gestellt.

  1. Pflegehilfsmittel für den täglichen Gebrauch:
    Pflegemittel des täglichen Gebrauchs sind in der Regel Verbrauchsgüter und lassen sich wie folgt zusammenfassen:
     
    • Wiederverwendbare Bettschutzeinlagen,
    • Saugende Bettschutzeinlagen zum einmaligen Gebrauch in verschiedenen Größen
    • Inkontinenzmaterial wie
      • Vorlagen
      • Windelhosen
    • Schutzbekleidung wie
      • Fingerlinge
      • Einmalhandschuhe
      • Mundschutz
      • Schutzschürzen
    • Hände- und Flächendesinfektionsmittel
       
  2. Technische Pflegehilfsmittel:
    Technische Pflegehilfsmittel sind meistens Geräte, die bei der Pflege und Betreuung zur Erleichterung des Alltags eingesetzt werden.
     
    • Bettverlängerungen & -verkürzungen
    • Bettgalgen
    • Aufrichthilfen
    • Seitengitter
    • Fixierbandagen
    • Bettzubehör zur Pflegeerleichterung wie Einlegerahmen oder Rückenstützen
    • Bettnachtschränke mit verstellbarer Tischplatte
    • Mehrfunktionsliegestühle
    • Toilettenstuhl
    • Lifter
    • Hausnotrufsysteme 
    • Rollstühle
    • Gehwagen
    • Gehgestelle
    • Technische Küchengeräte, die die Möglichkeit zur Verrichtung von hauswirtschaftlicher Tätigkeit ermöglichen
    • Kopfwaschsysteme
    • Ganzkörperwaschsysteme
    • Duschwagen
    • Bettpfannen
    • Urinflaschen
    • Urinschiffchen
    • Urinflaschenhalter
    • Lagerungskissen und Felle

Brauchen Sie Hilfe und Unterstützung dabei, den Antrag für Pflegehilfsmittel zustellen? Ihr Berater vor Ort berät Sie gern und hilft Ihnen dabei, den Antrag einzureichen.