Stiftung Warentest

24 Stunden Pflege

Lesedauer ca. 20 Minuten

Der Wunsch seinen Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen zu können ist weit verbreitet und nachvollziehbar. Viele Familien stehen jedoch vor dem Problem, wie sie diesen Wunsch erfüllen sollen, obwohl die eigenen Lebensumstände zumeist nicht die Möglichkeit bieten die Betreuung der pflegebedürftigen Angehörigen selbst zu übernehmen.

Die Dienstleistung der sogenannten „24-Stunden-Pflege oder -Betreuung“ hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und bietet die Möglichkeit genau dieses Bedürfnis zu decken und Angehörige zu entlasten. Eine Betreuungskraft, zumeist aus dem osteuropäischen Raum, lebt unter einem Dach mit den Senioren, übernimmt die Grundpflege und unterstützt bei der Bewältigung des Alltags.

Doch ist diese Alternative der sog. „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ auf legalem Wege überhaupt möglich? Welche Voraussetzungen müssen gewährleistet sein, um eine Betreuungskraft zu beschäftigen? Wie hoch sind die Kosten für diese Art der Betreuung?

 

 

 

 

 

Definition der sogenannten 24 Stunden Pflege:

Unter dem Begriff „24-Stunden-Pflege“ versteht sich der Einsatz einer Hilfskraft, die die zu betreuende Person sowohl im Haushalt und Alltag unterstützt, sowie die Grundpflege übernimmt. In der Regel leben die Betreuungskräfte im Haushalt der pflegebedürftigen Senioren, so dass auch die Sicherheit gegeben ist, schnell im Notfall Unterstützung zu erhalten.

 

Der Begriff 24-Stunden-Pflege impliziert eigentlich, dass es sich hierbei um eine pflegerische Leistung im Sinne einer Intensivpflege rund um die Uhr handeln könnte. Eine Rund-um-die-Uhr-Pflege können allerdings nur ausgebildete Pflegekräfte abwechselnd leisten. Die Bezeichnungen „24h-Betreuung“, "24 Stunden Betreuung", "24h Pflege" oder "24 Stunden Pflege" sind Branchenbezeichnungen, die sich im allgemeinen Sprachgebrauch für die von uns angebotene Leistung etabliert haben. Da allerdings im Zusammenhang mit der häuslichen Betreuung meistens diese Begriffe synonym genannt werden, verwenden wir im weiteren Verlauf dieses Artikels ebenfalls diese Bezeichnungen.

 

Die korrekte Bezeichnung dieser Dienstleistung im Sinne der Seniorenbetreuung und Altenpflege lautet „Betreuung in häuslicher Gemeinschaft“, kurz BihG. Die pflegebedürftige Person benötigt eine individuelle Betreuung im eigenen Zuhause, die durch eine Hilfskraft oder Betreuungsperson gewährleistet wird.

 

Trotz der Begrifflichkeit „24-Stunden-Betreuung“ oder „Rund-um-Betreuung“ kann eine Hilfskraft selbstverständlich nicht 24 Stunden durchgängig tätig sein. Das ist nach dem deutschen Arbeitszeitgesetz auch nicht zulässig. Die osteuropäischen Betreuungskräfte arbeiten durchschnittlich 40 Std. in einer 7-Tage-Woche und maximal 160 Stunden pro Monat, was somit einer Arbeitszeit von circa 5-6 Stunden am Tag gleichkommt. Darüber hinaus geben sie die Sicherheit, dass jemand vor Ort ist und jederzeit unterstützen kann. Wichtig ist die passende Arbeits- und Pausen- bzw. Freizeitregelung, um sowohl die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Personen als  auch den Arbeitnehmerschutz der Betreuungskräfte zu gewährleisten.

 

Service & Angebot: In 3 Schritten zu Ihrer persönlichen Pflege- und Betreuungskraft

1
Bedarfsfragebogen ausfüllen
Bedarfsfragebogen ausfüllen
2
Personalvorschläge & Preise erhalten
Personalvorschläge & Preise erhalten
3
Betreuungskraft reist an und unterstützt Sie
Betreuungskraft reist an und unterstützt Sie

 

Leistungsumfang: Welche Aufgaben kann / darf eine 24-Stunden-Betreuungskraft übernehmen?

Das Arbeitsfeld einer sogenannten 24-Stunden-Betreuungskraft umfasst sowohl hauswirtschaftliche Tätigkeiten, die Übernahme der Grundpflege, sowie mobilisierende Maßnahmen und individuelle Betreuung.
 

Hauswirtschaftliche Tätigkeiten:

  • Einkaufen und Zubereitung der Mahlzeiten
  • Putzen der Wohnung (Reinhalten der Umgebung in der sich der Betreuer sowie der Pflegebedürftige aufhalten)
  • Wäsche waschen und bügeln
  • Versorgung etwaiger Haustiere
  • Pflege der Zimmerpflanzen

 

Grundpflege:

  • Unterstützung bei der täglichen Körperpflege, wie Waschen, Baden, Duschen, sowie der Mundhygiene, Haarpflege oder beim Rasieren
  • Inkontinenzversorgung
  • Hilfestellung bei der Blasen- und Darmentleerung
  • Unterstützung bei der Nahrungs- und Getränkeaufnahme
  • Erinnerung an die Medikamenteneinnahme

 

Aus versicherungstechnischen als auch arbeitsrechtlichen Gründen dürfen Tätigkeiten wie Fenster putzen, schwere Gartenarbeit und Schneeschieben nicht von Betreuungskräften übernommen werden.

 

Abgrenzung zur medizinischen Behandlungspflege

Grundsätzlich gilt: Grundpflege ja, Behandlungspflege nein. Für grundpflegerische Tätigkeiten ist keine medizinische Ausbildung nötig: auch Familienangehörige, Freunde, Nachbarn oder eben Betreuungskräfte dürfen diese Aufgaben übernehmen.

Die Behandlungspflege hingegen beinhaltet ausschließlich medizinische Leistungen auf Anordnung eines Arztes, die von examinierten Pflegekräften ausgeführt werden müssen. Hierzu gehören unter anderem das Vorbereiten und Verabreichen von Medikamenten, Versorgung offener Wunden, Injektionen und Blutzuckermessung.

 

Mobilisierende Maßnahmen:

  • Unterstützung bei der Auswahl der Kleidung, sowie beim An-, Um- und Ausziehen
  • Unterstützung beim Gehen und Stehen, sowie motivierende Maßnahmen
  • Gemeinsame Spaziergänge, sofern dies möglich ist
  • Mobilisierung nach Anleitung durch den Therapeuten
  • Lagern nach Plan und Vorgabe

 

Individuelle Betreuung

  • Planung und Ausführung von Ausflügen
  • Begleitung zu Ärzten, Behörden, Friseur u.a.
  • Ständiger Ansprechpartner
  • den Ansprüchen der zu betreuenden Person entsprechende Unterhaltungen, wie Gesellschaftsspiele, Gespräche oder Vorlesen
  • Nach Möglichkeit die Einbeziehung der pflegebedürftigen Person in die Haushaltstätigkeiten

 

Wichtig: Zumeist handelt es sich bei den osteuropäischen Betreuungskräften nicht um examinierte Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen. Daher kann der Begriff Pflegekraft in diesem Sinne missverständlich wirken. Die osteuropäischen Damen und Herren, die für die Seniorenbetreuung in Deutschland eingesetzt werden, erlangen ihre Fähigkeiten häufig durch Pflege und Betreuung von Familienangehörigen und Basisschulungen im Bereich der Grundpflege.

Daher ist es besonders wichtig genau zu erfassen, welche Anforderungen an die Betreuungskräfte gestellt werden, um die individuellen Bedürfnisse erfüllen zu können.

Selbst wenn eine osteuropäische Betreuungskraft über eine professionelle, pflegerische oder medizinische Ausbildung verfügt, wird diese in Deutschland nicht anerkannt. Somit ist es auch ihnen nicht gestattet, Tätigkeiten im Bereich der medizinischen Behandlungspflege auszuführen.

 

Welche Möglichkeiten gibt es eine sog. 24-Stunden-Betreuungskraft zu beschäftigen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine geeignete Hilfskraft für die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft zu finden. Im Grunde genommen gibt es drei wesentliche Modelle, um eine 24 Stunden Pflege- und Betreuungskraft zu beauftragen:

  1. Entsendemodell:
    Sie treten lediglich als Auftraggeber auf und engagieren über eine deutsche Vermittlungsagentur eine 24-Stunden-Betreuung für Ihren Angehörigen.
  2. Arbeitgebermodell:
    Sie selbst oder die pflegebedürftige Person tritt als Arbeitgeber auf und Sie stellen eine Betreuungskraft an. Dabei können Sie die Rekrutierung selbst vornehmen oder die Vermittlung einer Pflegekraft der Agentur für Arbeit überlassen.
  3. Beauftragung einer selbständigen Pflege- und Betreuungskraft:
    Sie beauftragen eine selbstständige osteuropäische Pflege- und Betreuungsperson.

Im weiteren Verlauf gehen wir noch detaillierter auf die einzelnen Modelle gesondert ein und erläutern die Vor- und Nachteile.

 

Das Entsendemodell

Das Entsendemodell ist in der Praxis das am häufigsten angewendete Modell, da es für alle pflegenden Angehörigen und Hilfebedürftigen am einfachsten zu handhaben ist.  Beim Entsendemodell wird zumeist eine deutsche Vermittlungsagentur beauftragt, auf die jeweiligen Bedürfnisse und individuellen Anforderungen einer pflegebedürftigen Person, eine geeignete Betreuungskraft zu finden. Diese Agenturen arbeiten mit osteuropäischen Firmen zusammen, bei denen die Hilfskräfte entweder fest angestellt sind oder einen sogenannten Auftragsvertrag (nur in Polen anwendbar) unterzeichnen.

Für einen definierten Zeitraum wird die Betreuungskraft nach Deutschland in einen Haushalt entsendet. Alle steuerlichen Pflichten und Sozialabgaben werden dabei von dem ausländischen Unternehmen getragen und an die entsprechenden Behörden abgetreten. Darüber hinaus sind die Betreuungskräfte kranken- und haftpflichtversichert.
 

Der Nachweis einer legalen Entsendung erfolgt in Form eines sogenannten A1-Formulars, dass von der ausländischen Sozialversicherungsanstalt nur dann ausgestellt wird, wenn die Rahmenbedingungen respektive die steuerlichen Abgaben entsprechend geltendem Recht abgeführt werden und der Aufenthalt der Betreuungskräfte somit legitimiert ist. Der Ausstellungsprozess dauert je nach Art der Entsendung ab 2 Wochen beginnend mit der Entsendung. Somit ist es selten der Fall, dass die Betreuungskräfte bei der Anreise das Formular bereits mit sich führen. Der Dienstleistungsvertrag, der mit dem osteuropäischen Unternehmen geschlossen wird, sollte bereits die legale Entsendung und die Zusicherung aller erforderlichen Abgaben ausweisen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass deutsche Vermittlungsagenturen eng mit den osteuropäischen Dienstleistern zusammenarbeiten und diese bestenfalls persönlich kennen.

Die deutsche Vermittlungsagentur fungiert als Ansprechpartner für jedwede Belange der Auftraggeber und vertritt deren Interessen und Bedürfnisse dem ausländischen Unternehmen gegenüber.

 

Unter Berücksichtigung des gesetzlichen deutschen Mindestlohns von derzeit 8,84 Euro pro Arbeitsstunde und einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden kann beim Modell der Entsendung keine Betreuungskraft unter 2.000 Euro im Monat beschäftigt werden. Sollte Ihnen dennoch ein Angebot weit unter diesem Betrag unterbreitet werden, handelt es sich höchstwahrscheinlich um keinen seriösen Anbieter oder es liegt sogar ein illegales Geschäft vor.

Im Zweifelsfall sprechen Sie uns direkt an - wir helfen Ihnen gerne weiter.

 

Wichtig: Da die Betreuungskräfte bei diesem Modell nicht direkt bei dem Auftraggeber angestellt sind, liegt das Weisungsrecht auf Seiten des osteuropäischen Entsenders. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, das gewünschte Aufgabenfeld der Betreuungskräfte zu Beginn mit der Vermittlungsagentur genau zu besprechen. Um so detaillierter die Situation vor Ort und Ihre Ansprüche an eine Betreuungskraft festgehalten werden, desto besser kann eine geeignete Kraft für Ihren Angehörigen bzw. die pflegebedürftige Person gefunden werden, die nicht nur die anstehenden Aufgaben bewältigen kann, sondern auch charakterlich zu der Pflegeperson passt.

Gute Vermittlungsagenturen werden sich genügend Zeit nehmen, um den Zustand Ihres Angehörigen genau zu erfassen. Darüber hinaus sollten Sie genauestens über die Voraussetzungen informiert werden, die für die Anreise einer Betreuungskraft erfüllt werden müssen.

 

Vermittlung in ein direktes Anstellungsverhältnis

Familien haben auch die Möglichkeit direkt eine Betreuungskraft anzustellen. Da sie in diesem Modell als Arbeitgeber fungieren, sind Sie im Gegensatz zu dem Entsendemodell auch weisungsbefugt. Die Pflichten, wie Versicherungs- und Kündigungsschutz, Einhaltung der Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sowie Anspruch auf Sozialleistungen und Urlaub müssen im gesetzlichen Rahmen erfüllt werden. Unter Berücksichtigung des deutschen Arbeitszeitgesetzes müssen mehrere Betreuungskräfte im Wechsel beschäftigt werden, um die durchgängige Betreuung Ihres Angehörigen gewährleisten zu können. Die monatlichen Kosten belaufen sich daher mindestens auf 5.000 Euro.

 

Beauftragung einer selbständigen Betreuungskraft

Die Anstellung einer selbständigen Betreuungskraft ist eine weitere Möglichkeit der sogenannten 24 Stunden Pflege und -Betreuung. Die Betreuungskräfte arbeiten in diesem Modell auf eigene Rechnung und müssen in Deutschland oder in ihrem Heimatland ein eigenes Gewerbe angemeldet haben. Bei einem angemeldeten Gewerbe im Ausland entsenden sich die Betreuungskräfte quasi selbst. Das bedeutet, dass diese Einzelunternehmer ähnliche Kriterien bei der Entsendung erfüllen müssen, wie es auch Dienstleistungsunternehmen auferlegt ist.

Generell gilt bei der Selbstständigkeit, dass die Betreuungskräfte primär eine unternehmerische Entscheidungsfreiheit besitzen, die sich insbesondere auf folgende Schwerpunkte beziehen:

  1. Preisgestaltung:
    Entscheidungsfreiheit hinsichtlich der Preisverhandlungen
  2. Investitionsfreiheit:
    Freier Einsatz von Kapital
  3. Entscheidungsfreiheit:
    Annahme und Ablehnung eines Auftrags
  4. Personalentscheidungen:
    Einsatzfreiheit von Personal
  5. Vertrieb:
    Eigenständige Kundenakquisition
  6. Marketing:
    Eigenständige Werbemaßnahmen
  7. Kalkulation:
    Unternehmerrisiko in Form von Reisekosten, Zahlungsausfälle, schlechte Auftragslage etc. und können im Wesentlichen über die Ausführung der Tätigkeiten und Arbeitszeiten frei bestimmen und unterliegen daher keiner Weisung seitens des Kunden.
     

Ebenso müssen alle Formalitäten eingehalten werden, wie eine gültige Gewerbeanmeldung, Steuernummer, Geschäftssitz, Krankenversicherungsschutz und die Abgabe von Sozialversicherungsbeiträgen.

Da selbständige Betreuungs- oder Pflegekräfte ihren Stundenlohn selbst festlegen, können die monatlichen Kosten nicht konkret benannt werden. Schätzungsweise liegen die Kosten in diesem Modell bei circa 2.000 bis 3.000 Euro im Monat oder höher.

Ein großes Risiko bei diesem Modell ist die (auch nachträgliche) Feststellung der sogenannten „Scheinselbständigkeit“. Denn die selbstständigen Betreuungskräfte dürfen nicht auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber ihre Tätigkeiten ausüben. Dies kann z.B. dadurch gewährleistet werden, dass die Einsätze meist für 2 bis 3 Monate erfolgen und die Betreuungskraft im Jahr mehrere hilfsbedürftige Personen betreuen kann. Vielen Betreuungskräften fehlt es aber auch unter anderem an Wissen, wie Steuern korrekt entrichtet werden. Oft ist es für Kunden weder nachvollziehbar noch kontrollierbar, ob die Betreuungskräfte ihre Abgaben im Ausland leisten oder ob das für die Legitimation wichtige A1-Dokument überhaupt Gültigkeit hat.

Bei Feststellung einer „Scheinselbständigkeit“ wird der Auftraggeber automatisch zum Arbeitgeber. Dies kann die Nachzahlung der Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer zur Folge haben. Eventuell droht Ihnen sogar ein Bußgeld oder eine Anzeige wegen Steuerhinterziehung. Daher ist es unabdingbar, sich von der selbständigen Betreuungskraft die entsprechenden Nachweise vorlegen zu lassen. Bestenfalls arbeiten die selbständigen Betreuungskräfte mit Vermittlungsagenturen zusammen, die Ihnen transparent aufzeigen können, ob die Beschäftigung einer selbstständigen Kraft rechtens ist oder nicht.


 

FAQ: Häufige Fragen & Antworten zur sog. 24-Stunden-Pflege
 

Wir geben Ihnen die Garantie, dass wir alles uns mögliche unternehmen, um Sie bei der Suche und Auswahl einer geeigneten Betreuung zu unterstützen. In dem gesamten Zeitraum, in dem wir für Sie da sind, sorgen wir dafür, dass sich alle Parteien wohl mit der Entscheidung fühlen und zufrieden sind.

Eine Garantie, dass die Leistung auch von dem zu Betreuenden oder zu Pflegenden angenommen wird oder dass die sorgfältig ausgewählte Pflegekraft passt, kann Ihnen selbstverständlich niemand geben. Wir können aber die Umstände der Zusammenarbeit so optimieren, dass der Fall einer evtl. Unzufriedenheit nicht eintritt. Dafür sind wir gemeinsam mit Ihnen verantwortlich und können viele Dinge bereitstellen, so dass das Zusammenspiel zwischen Patient, Familie und Betreuer ideal aufeinander abgestimmt wird und keine Missverständnisse entstehen.

Es gibt eine Reihe verschiedener Möglichkeiten, die häusliche Pflege zu organisieren und zu realisieren: So käme beispielsweise ein ambulanter Pflegedienst aus der Region infrage. Dieser ist jedoch meist nur maximal zwei Stunden täglich vor Ort. Für eine 24-Stunden-Pflege durch diese Institution wären die Kosten deutlich zu hoch. Ebenso könnte die häusliche Pflege durch einen Familienangehörigen geleistet werden. Diese Alternative ist beliebt, allerdings mit erheblichen Einschränkungen für die Pflegenden verbunden. Rücksicht auf die eigene Familie, den eigenen Job oder gar auf genügend Freizeit kann nicht genommen werden. Als dritte Möglichkeit kann die häusliche Pflege durch osteuropäische Betreuungskräfte vorgenommen werden, die im Vergleich zu einem ambulanten Pflegedienst äußerst günstig sind. Bei dieser Möglichkeit wohnt die polnische Pflegekraft im Haushalt des Pflegebedürftigen und kümmert sich um dessen Belange. Die häusliche Pflege durch eine polnische oder osteuropäische Pflegekraft beinhaltet individuelle Leistungen, die abhängig von der Pflegebedürftigkeit abgesprochen werden können. Hierzu zählt beispielsweise das An- und Auskleiden des Betroffenen, die hauswirtschaftliche Versorgung in Form von Reinigungsarbeiten und die Zubereitung von Mahlzeiten. Auch Arztbesuche oder Spaziergänge können über die häusliche Pflege realisiert werden.

 

Vorteile der häuslichen Pflege

Der Pflegebedürftige kann trotz der Einschränkung im eigenen Haushalt wohnen und so gut es geht seine Selbstständigkeit bewahren. Darüber hinaus ist zu jeder Stunde am Tag jemand anwesend, der sich um die Belange und Wünsche des zu Pflegenden kümmert. Ferner wird sogar während der Nacht für Sicherheit gesorgt. Die 24-Stunden-Pflege im eigenen Haushalt ermöglicht es dem Pflegebedürftigen somit, seine gewohnte Umgebung beizubehalten und nicht in ein Pflegeheim ziehen zu müssen.

Die Frage nach der Legalität der Inanspruchnahme der Dienstleistung einer ausländischen Betreuungskraft ist berechtigt. Etwa 90% von schätzungsweise 200.000 Betreuungskräften, die in Deutschland einer Tätigkeit im Haushalt nachgehen, sind entweder schwarz beschäftigt, scheinselbstständig oder werden über dubiose Agenturen vermittelt, die die gesetzlichen Auflagen nicht einhalten. Hierdurch gehen Sie als Kunde ein hohes finanzielles Risiko ein, denn die Verantwortung dafür trägt nicht selten der Kunde, der die Leistungen über diese Kanäle in Anspruch nimmt. Abgesehen davon werden solche Delikte strafrechtlich verfolgt.

 

Auswahl der ausländischen Dienstleister

Daher ist es immanent wichtig, eine seriöse Vermittlungsagentur zu beanspruchen, die zum einen gute Kontakte ins osteuropäische Ausland hat und zum anderen die Seriösität der ausländischen Leistungserbringer beurteilen kann und somit für Sie Sicherheit schafft. Als oberste Prämisse steht für uns, dass Sie als Kunde nicht haftbar gemacht werden können.

Diese Sicherheit können Sie selbst als Kunde nur sehr schwer selbst erbringen, denn die Gesetzeslage in Bezug auf die Dienstleistungsfreiheit ist oftmals umstritten und sehr umfangreich. Um zu einer validen Beurteilung zu gelangen, ob eine Dienstleistung für Sie sicher ist oder nicht, bedarf es vieler Expertenmeinungen.

Wir legen bei unserer Auswahl der Partnerunternehmen aus Osteuropa einen besonderen Fokus auf die rechtlichen Umstände, wonach diese ihr Personal nach Deutschland entsenden. Bevor ein neuer Dienstleister überhaupt eine Kundenanfrage von uns erhält, werden viele Einzelprüfungen vorgenommen, in denen wir herauskristallisieren,

  • welcher rechtliche Rahmen für die Entsendung gewählt wird,
  • wie die Kräfte vergütet werden und in welcher Höhe,
  • wie und in welcher Höhe die Sozialbeiträge abgeführt werden,
  • wie das Personal überhaupt von der Qualifikation und vom Wesen her ist,
  • wie professionell das Unternehmen das Recruiting übernimmt
  • wie professionell die Prozesse gestaltet sind
  • oder auch welche Unternehmensstruktur hinter dem Unternehmen steckt
  • und vieles mehr...

Wir erwarten von den Unternehmen und verpflichten diese auch in entsprechenden Vereinbarungen schriftlich zur Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere der Entsenderichtlinien, dem deutschen Mindestlohngesetz, den deutschen Arbeitszeitvorschriften usw. Ebenso werden regelmäßige Überprüfungen vorgenommen, um die Rechtskonformität für Sie als Kunden sicherzustellen.

 

Informationsaustausch

Darüber hinaus suchen wir den intensiven Informationsaustausch mit den Dienstleistern und organisieren regelmäßige Treffen, um uns über aktuelle Themen, rechtliche Entwicklungen und Verbesserungen auszutauschen. Ebenso besuchen wir die wichtigsten Veranstaltungen zu dem Thema der EU-Dienstleistungsfreiheit und engagieren uns in Verbänden, wie dem VHBP (Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. oder der Inicjatywa Mobilności Pracy. Hierüber gelangen wir an wichtige Informationen und Meinungsführer, die wir zum Schutze unserer Kunden anwenden können.

Sofern Sie Fragen zu diesen Themen haben, wenden Sie sich gerne an uns.

In der EU herrscht Dienstleistungsfreiheit (Entsendegesetz und Niederlassungsfreiheit), wonach jeder EU-Bürger im europäischen Ausland legal arbeiten darf und dies auf unterschiedliche Weise: in einem Angestelltenverhältnis oder auch freiberuflich.

Im Wesentlichen geht es bei der Feststellung der konformen und legalen Arbeit im EU-Ausland darum, dass festgestellt wird, in welchem Land die Sozialversicherungsabgaben gezahlt werden. Nur wenn diese nachweislich gezahlt werden, ist eine Betreuungskraft auch legal tätig. Da man als Kunde aber keine Einsicht darüber hat, ob und in welchem Land die Abgaben gezahlt werden, wurden in jedem EU-Mitgliedsland Abteilungen von Sozialversicherungsanstalten geschaffen, die sicherstellen, dass die entsprechenden Abgaben pro Betreuungskraft oder Arbeitnehmer in dem richtigen Land gezahlt werden.

Eine sog. 24-Stunden-Betreuungskraft, die sich entweder als Freiberufliche selbst entsendet oder von einem Arbeitgeber im EU-Ausland entsendet wird,  führt in der Regel im Heimatland ihre Sozialabgaben ab. Um die Legalität der konformen Abgabe von Sozialversicherungsbeiträgen im Heimatland festzustellen, wird von der jeweiligen landeseigenen Sozialversicherungsanstalt das sog. A1-Formular ausgestellt, welches dokumentiert:

  1. Das Entsendeunternehmen:
    Über welche Firma die Betreuungskraft entsendet wird, respektive von welchem Unternehmen die Sozialabgaben für diese Betreuungskraft abgeführt werden
     
  2. Anschrift der Arbeit:
    Unter welcher Adresse die Betreuungskraft im Ausland arbeitet
     
  3. Zeitangabe:
    Für welchen Zeitraum sie entsendet wird.

 

Die Beantragung des A1-Formulars wird bei der Entsendung über einen Arbeitgeber erfolgen, sobald Sie sich für eine Betreuungskraft entschieden haben und ein entsprechender Dienstleistungsvertrag geschlossen wurde. Da je nach Entsendeland und Institution die Bearbeitungszeiten für die Ausstellung des A1-Formulars unterschiedlich lange dauert, kann es sein, dass die Betreuungskraft bereits vor Ort bei Ihnen arbeitet und der Legitimationsnachweis erst ein paar Wochen später bei der Betreuungskraft eintrifft. Das A1-Formular ist ein persönliches Dokument der einzelnen Betreuungskraft, ähnlich einer Arbeitsbescheinigung, die Ihnen auf Anfrage vorgelegt werden kann. Gerne bestätigen unsere Dienstleister Ihnen auch, dass die Beantragung vollzogen wurde, so dass Sie von Anfang an auf der sicheren Seite sind.

Wir arbeiten ausschließlich nach Betreuungsmodellen, bei denen sichergestellt ist, dass die Beschäftigungsverhältnisse legal und moralisch einwandfrei sind. Darauf können Sie sich verlassen!

Bei vielen in Deutschland tätigen sog. 24-Stunden-Pflegekräften aus Osteuropa sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt. Achten Sie bei Ihrer Wahl besonders hierauf. Insbesondere sehr günstige Preise können ein Hinweis auf Illegalität sein. Im Falle einer illegalen Beschäftigung können auf Sie erhebliche finanzielle Risiken zukommen. Dies betrifft sowohl den Krankheitsfall als auch evtl. Meldepflichten beim Arbeitsamt und Zoll.

Bitte beachten Sie, dass wir keine rechtliche Beratung durchführen dürfen und wenden Sie sich im Zweifel in allen Fragen hierzu an einen sachkundigen Rechtsanwalt.

Begrifflichkeit und Aufgaben einer sog. 24-Stunden-Pflegekraft

Das von uns vermittelte sog. 24-Stunden-Pflegepersonal wohnt mit der zu betreuenden Person zusammen und übernimmt die komplette Betreuung. Da die Betreuungskräfte mit im Haushalt der Pflegebedürftigen wohnen, wird der Begriff der sog. 24 Stunden Pflege oftmals verwendet.

Die Bezeichnung 24-Stunden-Pflege und ähnliche

Bei den Bezeichnungen „24h-Betreuung“, "24 Stunden Betreuung", "24h Pflege" oder "24 Stunden Pflege" handelt es sich allerdings ausschließlich um Branchenbezeichnungen, die sich im allgemeinen Sprachgebrauch für die von uns angebotene Leistung etabliert haben.

Wir möchten daher an dieser Stelle vorsorglich darauf hinweisen, dass mit unserem Angebot nicht einhergeht, dass die Betreuungskräfte ununterbrochen arbeiten. Arbeitszeiten als auch Pausenzeiten sind bereits aufgrund von gesetzlichen Vorgaben (u.a. arbeitszeitlichen Vorschriften) einzuhalten. Daher handelt es sich um eine Tätigkeit, die 40 Stunden / Woche ausgeführt wird und bei der die Betreuungskräfte Freizeit erhalten müssen.

Die Tätigkeiten einer Pflege- und Betreuungskraft

Die sog. 24-Stunden-Pflegekraft verrichtet aber nicht überwiegend pflegerische Tätigkeiten, sondern nur einen geringeren Anteil an der grundpflegerischen Versorgung (Hilfe beim Anziehen, Toilettengang, Inkontinenzversorgung etc.). Vor allem ist die Betreuungskraft für die hauswirtschaftliche Unterstützung und mit der Ausübung alltäglicher Aktivitäten, der sog. sozialen Betreuung beschäftigt.

Sie übernimmt somit einfache nicht überwiegend grundpflegerische Aufgaben und die individuelle Fürsorge. Eine medizinische Pflege, wie bspw. Injektionen, Verbände wechseln und ähnliche Tätigkeiten bleiben dem Arzt bzw. dem beauftragten Pflegedienst vorbehalten. Daher sehen wir uns auch als ergänzender Service zum Pflegedienst.

Vorteil der sog. 24-Stunden-Pflege

Die sog. 24-Stunden-Pflege hat gegenüber anderen Modellen den Vorteil, dass der Hilfebedürftige nicht auf sich alleine gestellt ist oder seine soziale Bindung vernachlässigt wird. Durch die Nähe zum Betroffenen kann individuell auf dessen Bedürfnisse eingegangen werden. Dies schützt davor, dass insbesondere bei älteren Patienten ggf. eine Hilfe zu spät kommt und nicht rechtzeitig reagiert wird und sorgt auch für Sicherheit bei dem Patienten.

Diese Betreuungsform, die i.d.R. über ausländische Unternehmen erbracht wird, unterliegt teils deutschen Gesetzgebungen, wie dem Mindestlohn- oder dem Arbeitszeitgesetz, zu dessen Einhaltung sich das ausländische Partnerunternehmen verpflichtet und wir als beratende und vermittelnde Agentur dies regelmäßig überprüfen.

Bitte beachten Sie, dass wir keine rechtliche Beratung durchführen dürfen und wenden Sie sich im Zweifel in allen Fragen hierzu an einen sachkundigen Rechtsanwalt.

Die Brinkmann Pflegevermittlung arbeitet mit mehreren Dienstleistern aus dem osteuropäischen Ausland zusammen. Daher unterscheiden sich sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen der Einzelverträge, als auch die Kündigungsfristen der entsprechenden Dienstleister.

In der Regel belaufen sich die Kündigungsfristen auf 2-4 Wochen je nach Anbieter.

Die Frage nach der Kündigungsfrist ist allerdings immer von zwei Seiten zu sehen. Zum einen gibt Ihnen eine kurze Kündigungszeit die Sicherheit, sich kurzfristig von einer Betreuungskraft trennen zu können. Auf der anderen Seite sorgt eine längere Kündigungsfrist dafür, dass Sie nicht unvermittelt ohne Pflegekraft dastehen. Denn die Fristen haben in der Regel für beide Seiten Gültigkeit.

Wir sind stets bestrebt, dass Sie die Leistung vom jeweiligen Dienstleister erhalten, die Sie wünschen. Daher setzen wir uns dafür ein, dass es gar nicht erst dazu kommt, dass eine Kündigung ausgesprochen werden muss. Sollten Sie aber dennoch unzufrieden mit einem Anbieter sein, ist es uns auch möglich, im Zweifel die Leistung von einem anderen Anbieter erbringen zu lassen, wodurch Sie die höchste Flexibilität erhalten.

Aufgrund der sehr moderaten Vertragsbedingung in Bezug auf die Kündigungsfristen haben Interessierte die Möglichkeit, die 24-Stunden-Pflege erst einmal auszuprobieren. In manchen Fällen ist dies ratsam, wenn die zu betreuende Person sich nicht sicher ist, ob sie mit einer fremden Person zusammenleben kann und diese auch als Hilfegebenden akzeptiert.

Lassen Sie sich diesbezüglich von uns beraten. Wir kennen die Vor- und Nachteile unserer Partner.

Die 24-Stunden-Pflege kann nur gewährleistet werden, wenn die Betreuer/-innen ein eigenes Zimmer gestellt bekommen und damit die Möglichkeit haben, sich in einer angenehmen Atmosphäre auszuruhen. Die Einhaltung der Privatsphäre ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Daher ist zu beachten, dass das Zimmer oder die Wohnung ausschließlich der Pflegekraft zur Verfügung steht.

Zudem ist auch die Qualität der Unterkunft entscheidend dafür, ob sich ein(e) Betreuer/-in wohl fühlt und Ihrer Arbeit gerne nachgeht. Dies ist bei der Ausgestaltung der Räume zu beachten.

Darüber hinaus muss selbstverständlich die Bad-(mit)-benutzung gegeben sein.

Unserer Erfahrung nach ist es mittlerweile nahezu unerlässlich, den Betreuungskräften den Zugriff auf eine Internetverbindung zu ermöglichen. Die osteuropäischen Pflegekräfte halten über das Internet Kontakt zu ihren Familien und können zum Beispiel Online-Banking tätigen. Für viele Betreuungskräfte ist das Internet eine Grundvoraussetzung, um sich für eine Stelle zu entscheiden.

Manchmal ist es sinnvoll, der 24-Stunden-Pflege – und Betreuungskraft die Möglichkeit regelmäßiger Telefonate (1-2 mal wöchentlich) in das Heimatland zu ermöglichen. Besonders wenn eine Betreuungskraft nicht über einen Laptop, Tablet oder ein internetfähiges Handy verfügt. Mit einer günstigen Call-by-Call-Vorwahl oder der Einrichtung einer Flatrate sind die Kosten hierfür sehr gering.

Ausländische Pflege- und Betreuungsdienste haben bislang keine Verträge mit den deutschen Pflegekassen. Daher wird unsere vermittelte Dienstleistung, die sog. 24-Stunden-Pflege und Seniorenbetreuung, aus Sicht der Pflegekasse genauso gewertet, als wenn Sie diese Leistung selbst erbringen würden.

Sie können jedoch Geldleistungen für sogenannte “selbstbeschaffte Pflegehilfen” in Anspruch nehmen. Diese Pflegesätze entsprechen etwa der Hälfte der sonst üblichen Zuwendungen und sind hier einsehbar:

Pflegegeld bei der häuslichen Pflege

Hinzu kommen weitere Zuwendungen, die beantragt werden können. Gerne informieren wir Sie ausführlich über die einzelnen Gelder.