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Pflegeversicherung steigt 2019: Drei Prozent für eine würdevolle Pflege?

2019 wird der Beitrag für die Pflegeversicherung steigen. Bisher zahlen sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2,55 Prozent von ihrem Bruttoeinkommen in die gesetzliche Pflegeversicherung ein. Ab dem 1. Januar steigt der Beitrag um 0,5 Prozentpunkte auf 3,05 Prozent. Kinderlose sollen 3,3 Prozent zahlen. Damit reagiert die Bundesregierung auf das Defizit in der Pflegeversicherung. Gleichzeitig soll aber auch in die Verbesserung der Pflege investiert werden. Laut Medienberichten beträgt das Defizit in diesem Jahr rund drei Milliarden Euro. Aber was soll die Erhöhung eigentlich bewirken?

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet vor: Laut Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft soll die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2035 auf vier Millionen Menschen ansteigen. Aktuell sind es gut drei Millionen Menschen, die pflegebedürftig sind. Nicht alle von ihnen erhalten auch Zuschüsse aus der Pflegeversicherung - erst ab Pflegegrad 2  können Pflegebedürftige mit Unterstützung rechnen. Aber die Zahl derer, die Geld und Sachleistungen beziehen, wächst: 630.000 Menschen waren es 2007 - mehr als zehn Jahre später sind es bereits eine Million pflegebedürftige Menschen. Und die Zahl steigt in den kommenden Jahren weiter an.

Wer profitiert aber von der Erhöhung der Pflegeversicherung? Geht es nach dem Gesundheitsminister, sollen in den Pflegeheimen 13.000 zusätzliche Stellen für Pflegekräfte geschaffen werden. Außerdem soll in bessere Arbeitsbedingungen und Löhne investiert werden. Aber reicht das aus? Experten bezweifeln das.

Der höhere Beitrag der Pflegeversicherung soll aber auch eingesetzt werden, um Leistungen derer zu finanzieren, die Angehörige zuhause pflegen. Mehr als 1,3 Millionen Menschen werden tatsächlich daheim von ihren Angehörigen und in ihrem häuslichen Umfeld betreut und gepflegt. Weitere 700.000 nehmen die Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch. Gerade einmal 30 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen sind in einem Pflegeheim untergebracht und werden stationär gepflegt. Mit der häuslichen Betreuung und Pflege durch Angehörige sparen die Pflegekassen und Krankenkassen Milliarden Euro jedes Jahr. 

Doch die häusliche Pflege und Betreuung bekommt über kurz oder lang ein demografisches Problem: Immer weniger Menschen können die Pflege ihrer Angehörigen selbst übernehmen. Die Rollen in den Familien haben sich in den letzten Jahren starkt verändert: Mehr Frauen arbeiten, Kinder ziehen in andere Städte, die Jobs verlangen ihnen mehr Flexibilität ab. Ganz zu schweigen, dass immer weniger Menschen in der Lage sind, für die kostenintensive Pflege eines Angehörigen auf einen Teil ihres Einkommens zu verzichten. Eine Lohnersatzleistung dafür, dass Angehörige gepflegt werden können, fehlt leider gänzlich.

Um seinen Angehörigen dennoch eine würdevolle Pflege und Betreuung im eigenen Zuhause zukommen zu lassen - egal mit welchem Pflegegrad - vermittelt Ihnen die Brinkmann Pflegevermittlung passendes Betreuungspersonal in der sogenannten 24 Stunden Pflege. Egal ob Haushaltshilfen, Alltagsbegleiter, Pflege- und Betreuungskräfte - alle im Rahmen der häuslichen Gemeinschaft - mit uns sind Sie gut beraten.

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