Verhinderungspflegegeld – Gesetzlicher Anspruch

Die Pflege und Betreuung eines hilfe- und pflegebedürftigen Angehörigen ist nicht nur eine sehr zeitintensive, sondern auch eine in vielen Fällen emotional anspruchsvolle Aufgabe, die viele pflegende Angehörige an den Rand ihrer Kräfte bringt. Gut, dass es dafür die sog. Verhinderungspflege, auch Ersatzpflege genannt, gibt. 

Die Beanspruchung einer Ersatzpflege für Zeiten, in denen man einmal Abstand gewinnen, seinen Hobbys nachgehen, in den Urlaub fahren oder seiner Verpflichtung gegenüber seinem Arbeitgeber nachgehen möchte, kann durch die Inanspruchnahme einer externen Leistung bei der Krankenkasse gegen Auszahlung des Verhinderungspflegegeldes, beantragt werden.

Das Kraft des Gesetzes allen Pflegebedürftigen ab Pflegegrad 1 zustehende Verhinderungspflegegeld soll den pflegenden Angehörigen die Möglichkeit geben, eine andere Person für die Ersatzpflege einzusetzen. Der Antrag kann bei der jeweiligen Krankenkasse entweder von der Internetseite heruntergeladen oder direkt zugeschickt werden.

Anspruchshöhe des Verhinderungspflegegeldes

Seit 2015 beträgt das Verhinderungspflegegeld 1.612 EUR jährlich. Zusätzlich kann das Verhinderungspflegegeld für eine Dauer von bis zu 6 Wochen beantragt werden und zusätzlich 50% des Leistungsbetrages der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege ausgegeben werden. Dies bedeutet, dass der Zuschuss bis zu 2.418 EUR jährlich oder 201 EUR monatlich beträgt. Dabei würde Ihnen bei dieser Regelung zusätzlich Anspruch auf 2 Wochen Kurzzeitpflege zustehen.

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Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Verhinderungspflege:

Die Verhinderungspflege kann unter bestimmten Voraussetzungen bei Ihrer Krankenkasse (Pflegekasse) beantragt werden. Im Folgenden zeigen wir Ihnen auf, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen:

  1. Eine Vorauspflege muss gegeben sein. Dies bedeutet, dass der erstmalige Anspruch besteht, wenn die Pflegeperson, meist pflegender Angehöriger, bereits mindestens 6 Monate in seiner häuslichen Umgebung die Pflege übernommen hat.
  2. Der Beginn der Pflege in der häuslichen Umgebung (Pflege-Startzeitpunkt) setzen die meisten Pflegekassen mit dem Zeitpunkt der Begutachtung und Einstufung in die Pflegeversicherung gleich. Bei der Erstbegutachtung durch bspw. den MDK ist es daher empfehlenswert, auf den Beginn der Pflegebedürftigkeit hinzuweisen, auch wenn dieser schon ein paar Monate zurückliegt. Somit besteht der Anspruch auf Verhinderungspflege schon vorher, nämlich zum Zeitpunkt des Beginns der Pflegebedürftigkeit.
  3. Die Verhinderungspflege muss von einer Person erbracht werden, die nicht mit dem Pflegebedürftigen 1. und 2. Grades verwandt ist.
  4. Die Verhinderungspflege darf nicht von einer Person übernommen werden, die in einer häuslichen Gemeinschaft mit dem Pflegebedürftigen lebt. Dies bedeutet, dass die Person an dieser Adresse nicht amtlich gemeldet sein darf.

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Wir stellen Interessenten unser kostenloses Merkblatt zur Verfügung, dass Sie über die Einzelheiten der Beantragung informiert und Sie gerne an einen Experten verweist, der Ihnen dabei hilft, Ihre Ansprüche gegenüber der Pflegekasse geltend zu machen.

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