Betreuung bei Demenz

Erstellt von Roman Brinkmann

Was muss bedacht werden bei der Betreuung von Demenzkranken

Zunächst darf davon ausgegangen werden, dass der von einer Demenz befallene am liebsten das eigene Zuhause nicht verlassen möchte.

Er sollte es zudem nicht, denn bei allen möglichen, zum Teil sehr schwerwiegenden Symptomen der Entwicklung der Krankheit ist er am besten Zuhause aufgehoben. Er kennt zunächst noch alle Begebenheiten, wie Wege, Aufbewahrungsorte, Türen usw. Er kennt die Personen zunächst seiner Familie und alles bisher Vertraute. Zuhause fühlt er sich in den Anfängen der Krankheit geborgen. Im späteren Verlauf der Krankheit ist möglicherweise eine andere Entscheidung nicht auszuschließen.

Bis dahin aber kann es ein langer Weg sein, der Familie und Pflegekräfte vor besondere Herausforderungen stellen wird. Die Pflegenden werden in ganz anderer Weise geprüft als in den meisten Fällen Pflegebedürftiger. Auch hier macht das Gehirn des Kranken zeitweilig Sprünge, die besonderes Einfühlungsvermögen erfordern. Der Demenzkranke ist jedoch ein Hirnkranker, dessen Reaktionen häufig nur schwer einschätzbar sind. Es ist also bei ihnen besondere Achtsamkeit, besonderes Einfühlungsvermögen, viel Geduld und Verständnis gefragt. Man darf davon ausgehen, dass nur solche Pflegekräfte geeignet sind, die über ein hohes Maß an psychischer Konsistenz, Erfahrung im Umgang mit sehr kranken Menschen, Geduld und Warmherzigkeit verfügen. Eine keineswegs ungewöhnliche Aufgabe wird sich ihnen trotz bester Voraussetzungen stellen.

Was muss bereits im Frühstadium der Demenz bedacht werden

Der Betroffene stellt sich verständlicherweise zunächst nach eindeutiger Diagnose die Frage, wie es weiter gehen soll und kann. Was wird jetzt aus mir? Wie lange kann ich mein gewohntes Leben noch weiterführen? Wem kann ich mich anvertrauen?

Dieser Fragenkomplex hört irgendwann auf, wie es die Erfahrung lehrt. Eine gewisse Normalität tritt ein. so dass der Alltag weiter geht auch mit der Erkrankung. In Erkenntnis der unveränderbaren Gegebenheiten sollen die Betroffenen erkennen, dass vieles ruhiger und vor allem bewusster getan sein sollte.

Ein Plan für Zeit und Aktivitäten kann die Orientierung bewahren. Darin kann eingetragen werden, mit welchen Leuten Kontakt durch Telefonat, Email, Brief oder Besuch aufgenommen werden sollte, zumal soziale Kontakte sehr wichtig sind, um das Selbstvertrauen wieder herzustellen und möglichst lange zu bewahren. Darüber hinaus dient ein solcher Plan dazu, an alle planbaren Aktivitäten, wie Ausüben von Hobbys, einfacher täglicher Verrichtungen, wie Waschen, Essen, Schlafen zu erinnern. Das gibt Sicherheit und Zufriedenheit und fördert die Selbständigkeit, den Alltag ohne Stress zu bestehen.

Die Vergesslichkeit ist natürlich ein prägendes Merkmal der Demenz, wie vorstehend ausgeführt. In der leichten Form des Frühstadiums wird vergessen, wo die Schlüssel oder das Portemonnaie liegen, wo das Buch hingelegt wurde, wo wichtige Dokumente liegen, wann Termine mit wem geplant sind.

Für alle wichtigen Dinge, die täglich gebraucht werden, sollten feste Plätze vereinbart werden. Gegebenenfalls sollte eine gut sichtbare Tafel, Pin- oder Magnetwand darüber Auskunft geben, wo die Dinge liegen. Hier lassen sich auch die Termine eintragen. Empfehlenswert ist es darüber hinaus, von allen wichtigen Papieren Kopien anfertigen zu lassen, wie auch Schlüsselduplikate, um bei Verlust der Originale auf die Kopien zugreifen zu können.

Wenn die Wohnung verlassen wird, sollten alle wichtigen Telefonnummern in Jacken oder Hosentaschen verfügbar sein, damit beim Vergessen des Heimweges geholfen werden kann. Die Handys sind ortungsfähig. Es ist also ebenfalls sinnvoll, ein solches in verschließbarer Tasche mitzugeben.

Weitere Vorgaben für die Betreuung der Demenzkranken aller Krankheitsstadien

Wie bereits unter Abschnitt 2.0. beschrieben, sollte den betroffenen Demenzkranken durch Familie und Betreuungskraft nahe gelegt werden, dass alles getan werden muss, um den Krankheitsverlauf lange hinaus zu zögern. Das sollte Pflegemaßnamen erfordern, die nachstehend noch einmal punktuell aufgeführt werden:

  • Richtige Ernährung, vornehmlich mediterraner Art, die der Verfettung und Verkalkung entgegen wirkt
  • Tägliche Bewegung, Sport oder Erledigung täglicher Verrichtungen, um die Durchblutung zu verbessern
  • Fitnesstraining des Gehirns durch Lösung kniffliger Aufgaben, Merkübungen und neuer, andersartiger Beschäftigungen, die Spaß bringen
  • Bemühen um soziale Kontakte natürlich mit den Angehörigen, Freunden und Bekannten, um Scheu zu überwinden und den Kopf anzuregen und durch die verständnisvolle Reaktion anderer festzustellen, dass das Leben auch mit der Krankheit weiter geht Familie und Pflegekraft sollten für die Einhaltung vorstehend wichtiger Maßnahmen Sorge tragen und gegebenenfalls Unterstützung leisten.

Die besondere Belastung einer Pflegekraft

Die vorstehend beschriebenen Maßnahmen, dem Demenzkranken zu helfen, stellen keine besonderen Anforderungen an Familie und/oder eine fremde Pflegekraft dar. Da der Krankheitsverlauf einer Person in keinem einzelnen Fall vergleichbar ist mit einer anderen, dazu vollkommen unvorhersehbar bleibt, ist davon auszugehen, dass Belastungsproben ebenfalls vollkommen unvorhersehbar erfolgen.

Womit muss zumindest ab dem fortgeschrittenem Stadium des Krankheitverlaufs gerechnet werden und wie sollte sich die Pflegekraft dem Patient gegenüber verhalten?

  1. Patient reagiert sehr verärgert, weil er für etwas verantwortlich gemacht wird. Er kann sich an den Umstand nicht erinnern und fühlt sich folglich falsch behandelt. Pflegekraft sollte sich unbedingt mit Anschuldigungen, etwas verloren, vergessen, falsch gemacht zu haben, zurückhalten.
  2. Patient gebärdet sich aggressiv und schreit, ausgelöst möglicherweise durch negative Gefühle, wie Hitze, Kälte, Schmerz, Furcht oder Hunger. Pflegekraft muss erfragen, was ihn bedrückt und Hilfe leisten; auf jeden Fall aber einen Vorwurf vermeiden.
  3. Patient könnte gegenteilig auf einen Vorwurf reagieren, nämlich mit Unruhe und Resignation, weil er glaubt, sich nicht angemessen verhalten zu haben. Pflegekraft  muss für Beruhigung sorgen und das Gemüt durch besondere Geste erhellen, auf keinen Fall indes Begründungen erfragen
  4. Patient läuft unruhig im Haus auf und ab und möchte die Wohnung- und zwar auch nachts- verlassen, obgleich sein Orientierungssinn wie auch sein Zeitgefühl deutlich nachgelassen hat. Es besteht die Gefahr, dass er auf der Straße einen Unfall hat oder dass er sich verläuft, ohne zu wissen, wie er zurückkommt. Pflegekraft kann für dieses bei Demenzkranken absolut übliche und gemeinhin bekannte Ansinnen keine Verantwortung übernehmen. Hierfür hat allein die Familie die Verantwortung und sollte den Anregungen der Firma folgen, die die Pflegekraft stellt. Installiert werden sollte ein sogenanntes Weglaufsystem, das auf unterschiedlichste Weise Alarm auslöst. So können z.B. Chips an Wohnungs-, Haus- oder Gartentür installiert werden, die Alarm auslösen. Oder es wird unter Umständen auch ein Chip am Körper des Demenzkranken befestigt, so dass trotz Alarms der Aufenthalt des Patienten ermittelt werden kann.
  5. Patient benimmt sich apathisch, was sich durch Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, mangelnde Urteilsfähigkeit äußert. Pflegekraft  ist gefordert, die Ursache zu erkennen und für frohe Gesinnung zu sorgen.
  6. Patient leidet unter Depressionen, was als zusätzliche Krankheit eingestuft wird. Pflegekraft  sollte bei unveränderter Depression über einen Arzt Medikamente besorgen.
  7. Patient hat Halluzinationen, indem er zunächst im Zwielicht der Dämmerung nicht anwesende Personen sieht, mit denen möglicherweise auch Gespräche geführt werden. Später können es Fabelwesen und zum Teil bedrohliche Dinge, die Angst erzeugen. Pflegekraft  kann es erleben, dass sie in diesen Wahn eingebunden wird, wenn sie sich auch nur in bester Absicht nähert. Besser sollte sie sich also bei diesen Wahnvorstellungen vom Patienten fernhalten.
  8. Patient leidet unter Schlafstörungen, weil das Zeitgefühl verloren geht. So wird zeitweilig die Nacht zum Tag. Während nachts nicht geschlafen wird, sucht man tagsüber den Schlaf nachzuholen. Pflegekraft  registriert diese Veränderung und macht es tagsüber bequem, damit der Schlaf nachgeholt werden kann.
  9. Patient verläßt die Eigeninitiative. Es wird vieles vernachlässigt, so die Körperpflege, das Aufräumen der persönlichen Umgebung und der bis dahin ausgeübten Hobbys. Pflegekraft hat jetzt die Aufgaben zu übernehmen, die gewollt bisher vom Patienten wahrgenommen wurden, um seine Eigenständigkeit solange wie möglich zu erhalten.
  10. Patient zeigt sich im Zuge der vorstehenden Entwicklung Interessenlos, unfähig sich zu freuen oder andere Gefühle zu zeigen. Pflegekraft unternimmt hier, wie in anderen Fällen zuvor, die Aufgabe, an möglichst viel Schönes im Leben zu erinnern, was ihr im Laufe der Zeit vermittelt wurde. Das können schöne Erlebnisse mit Verwandten und Freunden sein. Auch das Anhören geliebter Musik oder das Anschauen von Fotos können zu kurzzeitigem Glücksempfinden führen.
  11. Patient verliert im weiteren den Antrieb zu essen, weil das Hungergefühl aussetzt, das Vergessen eintritt, zu kauen und zu schlucken. Pflegekraft hat jetzt die sehr schwere und zeitaufwendige Aufgabe, das Essen einzulöffeln und zum Schlucken zu bewegen, um einer Abmagerung entgegen zu wirken, die andere Krankheiten, zum Beispiel Lungenentzündung, auslösen können. Dieses ist der wohl schwierigste Prozess. Gemäß von Erfahrungen stirbt der Demenzkranke nicht an der Demenz selbst, sondern an Folgekrankheiten.
  12. Patient lebt nun in der Spätphase der Demenz. Die Signale des Körpers werden nicht mehr wahrgenommen, so dass sich Blase und Darm selbständig entleeren. Die Muskeln versteifen sich und bewirken Bewegungslosigkeit, die zur Bettlägerigkeit führen. Pflegekraft steht jetzt in der Periode größter Belastung, nicht nur psychischer, sondern vor allem auch physischer.

(Die vorstehenden Ausführungen stützen sich auf verschiedene Internet- Einträge. Es wurde der Versuch unternommen, das komplexe Thema so einfach wie verständlich für den Laien, also nicht unbedingt wissenschaftlich, aufzubereiten. Das etliche Einzelheiten ausgespart wurden, ist bewusst geschehen, um diese Arbeit nicht zu überladen)

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